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Physiotherapie - Thermotherapie


Was beinhaltet die Thermotherapie?

Wärmeanwendungen

Wärme wird häufig in der Schmerztherapie angewandt. Sie kann entweder lokal oder am ganzen Körper angewandt werden. Durch die Wärme wird der Stoffwechsel angeregt, die Durchblutung gefördert und die Muskulatur entspannt. Vor allem chronische Entzündungen, können so gelindert werden.

Örtlich kann die Wärme durch Infrarotlichtbestrahlung, Ultraschall, Fango- und Paraffinpackungen sowie Wärmepackungen mit Heublumen-, Leinsamen- oder Kartoffelsäcken appliziert werden. Dagegen werden Wärmeanwendungen für den ganzen Körper durch Sauna oder Bäder erreicht.

Wärmereize führen zu einer vermehrten Durchblutung und einer Steigerung des Stoffwechsels. Algogene Substanzen werden verstärkt abtransportiert. In der Folge kommt es zu einer Veränderung der Schmerzwelle. In der Regel können einfache Wärmeanwendungen ohne Probleme zu Hause durchgeführt werden. Bestehen dagegen chronische Schmerzen, so werden oft Kuren mit einer Mindestdauer von drei Wochen empfohlen. Hier sind Wärmeanwendungen nur ein Teil des Behandlungsplanes.

Beachte: Bei akuten Rheumaschüben ist die Anwendung von Wärme kontraindiziert, da sie das Entzündungsgeschehen weiter anheizen kann. Eine Wärmebehandlung sollte auch bei lymphatischen Stauungen und malignen Erkrankungen nicht durchgeführt werden.

Kälteanwendungen

Die direkte Kälteeinwirkung bewirkt auf der Hautoberfläche kurzfristig eine Blockade der Schmerzbahnen, dass heißt wiederum, dass Kälte betäubend wirkt. In der Tiefe führt sie zu einer Entzündungshemmung und wirkt zugleich abschwellend. In der Physiotherapie unterscheidet man zwischen lokalen Kälteanwendungen und der Ganzkörper-Kryotherapie (Kältekammer mit Temperaturen bis ca. - 130 Grad Celsius). Bei schmerzhaften Reizerscheinungen bzw. akuten entzündlichen Prozessen werden physiotherapeutische Kälteanwendungen lokal durchgeführt.

Eine Schmerzlinderung wird unter anderem durch die Herabsetzung des örtlichen Stoffwechsels erreicht. Insgesamt kommt es zu einer Verengung der Blutgefäße und der Blockierung der Nervenleitung. Die Kälte kann z.B. durch Bäder, Eiseinreibungen oder Eispackungen, Kühlsprays, Kältepackungen mit Kühlgelbeuteln und maschinellen Kälteanwendungen durch tiefgekühlte Luft oder Stickstoff, Kneippsche Anwendungen und Güsse übertragen werden. Bei chronischen Schmerzen empfehlen Ärzte oft Kuren mit einer Mindestdauer von drei Wochen. Auch hier ist die Kälteanwendung nur ein Teil des Behandlungsplanes.

Eine Besonderheit stellt die Kältekammer dar. Sie kann speziell angewandt werden bei:

  • chronisch entzündliche Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen
  • degenerative Gelenkerkrankungen mit Sekundärentzündung
  • chronische Schmerzen (auch Kofschmerzen und Migräne)
  • Weichteilrheumatische Erkrankungen, z.B. Fibromyalgie
  • Kollagenosen
  • Vaskulitiden
  • Wirbelsäulensyndrome
  • postoperative Rehabilitation nach Gelenk- und Wirbelsäulenoperationen

Beachte: Bei Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems dürfen keine Ganzkörper-Kälteanwendungen durchgeführt werden. Kälteanwendungen dürfen außerdem nicht zum Einsatz kommen bei arteriellen Durchblutungsstörungen, trophischen Gewebsstörungen, Kälteallergien sowie Sensibilitätsstörungen an der betroffenen Stelle.


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Letzte Aktualisierung am 28.07.2009.

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