Das betroffene Bein sollte tagsüber so oft wie möglich hochgelagert werden, gleichzeitig sollte der Patient sich regelmäßig bewegen, um die Muskelpumpe zu aktivieren und den Abtransport des Blutes so zu steigern. Auch nachts sollte das Bein mit Hilfe eines Kissens über Herzhöhe gelagert werden, damit das Blut zum Herzen hinab fließen kann.
Besonders wichtig ist es, langes Stehen und Sitzen zu vermeiden, da bei diesen Tätigkeiten der Rückfluss des Blutes selbst ohne chronisch-venöse Insuffizienz bereits erschwert ist.
Das wichtigste therapeutische Mittel ist der Kompressionsstrumpf, der einen Druck von etwa 20 - 30 mmHg auf das Bein ausübt. Durch diesen Druck werden die im Inneren liegenden Venen komprimiert und die Klappenränder wieder näher zusammengebracht, so dass sie ihre Funktion teilweise oder ganz wieder aufnehmen können. Zusätzlich arbeiten die Muskeln des Beines gegen diesen Druck an und unterstützen so den Transport des Blutes.
Wenn ein Stauungsekzem besteht, können Bettruhe und feuchte Umschläge mit einem einfachen Verband Linderung verschaffen. In jedem Fall sollte der Patient darauf achten, sich nicht zu kratzen, da die Heilungstendenzen der Haut bei der chronisch-venösen Insuffizienz sehr schlecht sind.
Die Hauptkomponente der Ulkustherapie ist die Kompression mit Kurzzugbinden und auf dem Ulkus aufliegenden Schaumgummipolstern. Diese müssen zu Beginn der Therapie täglich gewechselt werden. Sobald das Bein entstaut ist, kann ein gut gepolsterter Dauerverband angelegt werden. In einigen Fällen wird die Anwendung von Zinksalbe empfohlen, um die Ausheilung des Ulcus cruris voranzubringen.
In einigen Fällen kann es notwendig sein, dass der Patient Diuretika bekommt, um die Ödeme zu verringern. Diuretika sind Medikamente, welche die Ausscheidung von Wasser aus dem Körper fördern und so dazu beitragen, dass sich weniger Blut in den Venen zurückstauen kann.
Wenn die Ursache der chronisch-venösen Insuffizienz in einer Varikose begründet liegt, so kann es sinnvoll sein, diese zu sklerosieren. Dabei wird ein Medikament in die erweiterte Vene gegeben, das einen künstlichen Thrombus erzeugt und die Vene verschließt.
Dieses Verfahren ist nur bei leichten bis mittleren Varizen einsetzbar und die Chance, dass später wieder Varizen auftreten ist relativ hoch.
Wenn bei einer Varikose der großen oberflächlichen Venen deren Mündungen in die tiefen Beinvenen und die Verbindungsvenen zwischen dem oberflächlichen und dem tiefen Venensystem insuffizient geworden sind, ist es sinnvoll, die funktionsunfähigen Venenabschnitte zu entfernen. Dabei wird die Vene an dem Segment, mit dem sie in die Hauptvene mündet, von dieser abgetrennt und die dort verlaufenden Venenäste abgebunden.
Oberhalb der nächstgelegenen funktionierenden Klappe wird eine Sonde in die Vene eingeführt, die oben aus dem Mündungssegment herauskommt und dort befestigt wird. Anschließend zieht der Operateur die Sonde zurück. Dadurch wird die Vene nach innen umgestülpt und mit der Sonde herausgezogen. Abschließend werden die im Körper verbleibenden Enden der Vene abgebunden.
Die Verbindungsvenen werden während der Operation verschlossen, damit es nicht zu Einblutungen kommen kann.
Diese Technik wird als Venenstripping bezeichnet.
Wenn ein Ulcus cruris so groß und chronisch ist, dass eine konservative Therapie nicht zur Abheilung führen würde, kann es notwendig sein, es zuerst zu operieren. Dabei wird die Wunde großzügig ausgeräumt und Gewebe, das nicht mehr zu retten ist, beseitigt.
Danach wird gesunde Haut auf das besser durchblutete Gewebe transplantiert, das nun frei liegt. Parallel dazu werden die nicht mehr funktionsfähigen Verbindungsvenen abgebunden, um den übermäßigen Druck des venösen Blutes aus dem Ulkus herauszunehmen und so die Heilung zu beschleunigen.