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Anurie


Auf was ist die Anurie zurückzuführen und wie äußert sie sich?


Ursachen / Mögliche Erkrankungen

Es gibt verschiedene Ursachen für Anurie, die nach ihrer Lokalisation eingeteilt werden.

Prärenale Anurie:

Die Ursache für die Anurie liegt noch vor der Niere (lat. pre = vor, ren = Niere). Die Nieren können keinen Harn mehr produzieren, weil sie zu wenig durchblutet werden. Die häufigste Ursache für eine Minderdurchblutung der Nieren ist ein Volumenmangel, das heißt, dass im gesamten Körper zu wenig Flüssigkeit und Blut vorhanden ist. Als Grund für den Mangel an Flüssigkeit kommen in Frage:

  • Zu geringe Flüssigkeitszufuhr: Häufig „vergessen" gerade alte Menschen ausreichend zu trinken, weil sie kaum Durst verspüren. Auch bei schwerer körperlicher Arbeit kann es durch vermehrtes Schwitzen zu einem Wassermangel kommen.
  • Starker Blutverlust durch eine schwere Verletzung oder Operation
  • Wassermangel bei länger andauerndem Erbrechen oder Durchfall
Auch ein Kreislaufversagen, zum Beispiel beim Schock, kann eine Minderdurchblutung der Nieren zur Folge haben.

Die prärenal Anurie kann außerdem entstehen, wenn Gifte oder entzündliche Prozesse sowie andere systemische Erkrankungen im Körper die Arbeit der Nieren behindern.

Begleitsymptome: Mattigkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Durst, Störungen im Elektrolyt-Haushalt, Übelkeit, Erbrechen, trockene Schleimhäute.

Renale Anurie:

Der Grund für die geringe Urinausscheidung liegt in den Nieren selbst. Dies tritt häufig auf, wenn Teile des Nierengewebes durch eine Erkrankung zerstört wurden oder durch mangelnde Durchblutung mit Nährstoffen unterversorgt und dadurch in ihrer Stoffwechselleistung beeinträchtigt sind. Man bezeichnet diesen Zustand als Niereninsuffizienz.

Begleitsymptome: Verschiedenste Arten von „Vergiftungserscheinungen" aufgrund der eingeschränkten Ausscheidung giftiger Stoffe. Dazu gehören ähnlich wie bei der prärenalen Anurie Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Stoffwechselstörungen.

Postrenale Anurie:

Die Urinausscheidung ist durch eine Verlegung der ableitenden Harnwege (Harnleiter, Harnröhre) behindert (lat. post = nach, ren = Niere). Eine solche Harnstauung kann durch Nierensteine, Tumore in diesem Bereich, Harnröhrenstenosen, Blutungen oder eine extrem vergrößerte Prostata (Prostatahyperplasie) zustande kommen.

Begleitsymptome: Kolikartige Schmerzen in den Flanken bei Nierensteinen, starker Harndrang mit Krämpfen bei Prostatahyperplasie.

Neurogene Blase:

Obwohl die Nieren gut funktionieren und Harn produzieren, kann dieser nicht ausgeschieden werden und sammelt sich in der Blase an. Diese Unfähigkeit, Harn zu lassen ist häufig durch eine Störung der Nerven, die die Blase steuern, bedingt. Eine solche Störung wird durch Erkrankungen des Gehirns, der Nerven und durch bestimmte Medikamente verursacht.
Begleitsymptome: Starker Harndrang, Krämpfe im Unterleib, prall gefüllte, tastbare Blase.

« Anurie Anurie - Therapie »

Letzte Aktualisierung am 25.09.2009.

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