Die Hautfarbe, insbesondere die Farbe der Gesichtshaut, ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Man spricht nur dann von Blässe als Symptom einer bestehenden Krankheit, wenn die Gesichtshaut plötzlich oder über einen bestimmten Zeitraum fahler und blasser ist als für den Einzelnen typisch. Meist sind dann auch die Schleimhäute der Augen und des Mundes blass und hellrosa.
Blasse Haut im Winter aufgrund der geringeren Sonneneinstrahlung ist kein Krankheitssymptom.
Blässe kann verschiedene Ursachen haben. Am häufigsten ist eine blasse Gesichtsfarbe ein Zeichen für eine eingeschränkte Funktion des Herz-Kreislauf-Systems oder eine Erkrankung des Blutes.
Die wichtigsten Ursachen für Blässe sind:
- Kreislaufschock: Von einem Schock spricht man, wenn sich der größte Teil des Blutes im Körperzentrum befindet und nur noch die wichtigsten Organe wie Herz und Gehirn stark durchblutet werden. Alle andere Organe, insbesondere die Haut, werden dann nur in geringem Umfang mit Blut versorgt. Zu einem Schock kommt es bei starkem Blutverlust, zum Beispiel nach einem Unfall oder einer schweren Verletzung. Auch bei akutem Herzversagen (Herzinsuffizienz) kann es zu einem Schock kommen.
- Begleitsymptome: bläuliche Verfärbung der Lippen und Fingernägel, Kältegefühl, Zittern, kalter Schweiß, niedriger Blutdruck, schneller Puls, Schwindel, „Schwarzwerden vor den Augen" bis hin zur Ohnmacht.
- Niedriger Blutdruck (Hypotonie): Patienten, die einen niedrigen Blutdruck haben, sind häufig blass im Gesicht, weil das Herz das Blut nicht kräftig genug in die Organe pumpt und besonders die Haut dann gering durchblutet ist. Patienten, die immer einen niedrigen Blutdruck haben, kommen damit meist gut zurecht und haben ansonsten kaum andere Beschwerden. Tritt ein niedriger Blutdruck jedoch plötzlich auf, kann dies ein Zeichen für eine Erkrankung des Herz-Kreislaufsystems sein (z. B. Herzinsuffizienz, Regulationsstörung der Gefäße)
- Begleitsymptome: Schwäche, Müdigkeit, schneller Puls, Schwindel, Ohrensausen, „Schwarzwerden vor den Augen", Ohnmacht, kalter Schweiß, Kältegefühl, blaue Lippen und Fingernägel.
- Blutarmut (Anämie): Eine Blutarmut tritt auf, zu wenig rote Blutkörperchen oder zu wenig roter Blutfarbstoff vorhanden ist. Am häufigsten liegt der Anämie ein Eisenmangel zugrunde, wodurch weniger roter Blutfarbstoff gebildet werden kann. Dies ist auch der Fall bei einem Mangel an Folsäure, Vitamin B12 oder Vitamin C. Eine Blutarmut kann auch durch einen Mangel an roten Blutkörperchen entstehen, zum Beispiel bei starkem Blutverlust oder bei einer Erkrankung des blutbildenden Knochenmarks.
- Begleitsymptome: Herzrasen, Kurzatmigkeit, Ohrensausen, Schwindel, „Schwarzwerden vor den Augen", Ohnmacht, Müdigkeit, geringe körperliche Belastbarkeit, trockene Haut, eingerissene Mundwinkel.
Letzte Aktualisierung am 25.09.2009.