Bei akuten Schmerzen im Bereich des Herzens steht zu Beginn der Diagnostik die Anamnese, also die Erfragung der Krankengeschichte. Für den Arzt ist es wichtig zu wissen, unter welchen Umständen der Schmerz auftritt, wie er sich anfühlt, wo er sich befindet, ob er in Ruhe wieder vergeht oder immer wieder auftritt, ob auch Herzstolpern oder Herzrasen gefühlt werden und ob weitere Beschwerden wie Atemnot, Schwindel, Übelkeit oder Kaltschweißigkeit bestehen.
Außerdem wird der Arzt den Patienten zu seinen Vorerkrankungen befragen und ob ein oder mehrere Risikofaktoren (hohe Blutfettwerte, Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht) zutreffen. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente kann entscheidend für die Diagnosestellung sein.
Wichtig ist auch, wie belastbar der Patient ist, das heißt, wie weit er gehen kann oder wie viele Treppen er ohne Beschwerden steigen kann.
Bei der körperlichen Untersuchung achtet der Arzt auf den Allgemeinzustand des Patienten, seine Hautfarbe und den Zustand seiner Venen. An verschiedenen Stellen tastet er den Puls, misst außerdem Blutdruck und Temperatur. Mit der flachen Hand fühlt er auf der Brust der Herzschlag, klopft den Brustkorb ab und beurteilt mit dem Stethoskop die Herztöne.
Anschließend wird ein Elektrokardiogramm (EKG) erstellt, an dem die Funktion des Herzens gut kontrollierbar ist. Besonders Zeichen eines Herzinfarkts lassen sich so schnell erkennen.
Zusätzlich kann das Herz mit einem Ultraschallgerät untersucht werden (so genannte Echokardiographie), wodurch sich Pumpleistung und Zustand des Herzens gut beurteilen lassen. Meist wird auch ein Röntgenbild des Brustkorbs (Röntgen-Thorax) erstellt.
Es gibt eine spezielle Methode des Röntgens, die so genannte Koronarangiographie, bei der ein Katheter, also ein langer, dünner Schlauch über ein Beingefäß bis zum Herz vorgeschoben wird. Über diesen Katheter kann Kontrastmittel in die Herzkranzgefäße gespritzt werden, wodurch diese im Röntgenbild sehr gut sichtbar werden. Besonders Verengungen können so schnell gefunden und gleich behandelt werden.
Letzte Aktualisierung am 01.10.2009.