Das Herz ist eines der wichtigsten Organe im menschlichen Körper. Es ist beim Menschen etwa so groß wie seine geschlossene Faust und ein kräftiger Muskel, der insgesamt vier Hohlräume bildet: einen rechten und linken Vorhof (Atrium) sowie eine rechte und linke Herzkammer (Ventrikel). Aufgabe des Herzens ist es, das Blut in alle Organe zu pumpen und diese dadurch mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. In Ruhe, also im Sitzen oder Liegen, schlägt das Herz je nach Alter und Fitness zwischen 60 und 80 Mal pro Minute, bei Belastung sogar noch schneller, und das ein ganzes Leben lang. Der Herzmuskel selbst wird durch drei Gefäße, die so genannten Koronararterien oder Herzkranzgefäße, mit lebenswichtigen Stoffen versorgt.
Im Laufe des Lebens verändern sich die Wände aller Arterien im Körper, sie verkalken, werden dicker und fester. Die so genannte Arteriosklerose (Arterienverkalkung) entsteht, durch die die Gefäße verengt werden. Wenn das in den Herzkranzgefäßen passiert, spricht man von einer koronaren Atherosklerose oder einer koronaren Herzkrankheit (KHK). Durch die Verengung der Gefäße kommt es dazu, dass das Herz weniger Sauerstoff bekommt als es benötigt. Diese Unterversorgung (Ischämie) verursacht Schmerzen, besonders im Bereich des Brustbeins, hinter dem das Herz liegt.
Man hat festgestellt, dass es einige Risikofaktoren gibt, die die Entstehung der koronaren Herzkrankheit beschleunigen oder begünstigen. Zu diesen zählen erhöhte Blutfettwerte (Hypercholesterinämie), Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Übergewicht. Außerdem spielen Alter, Geschlecht und genetische Veranlagungen eine wichtige Rolle.
Die Verengung und damit die Unterversorgung des Herzmuskels mit Blut und Sauerstoff verursacht die beiden wichtigsten Erkrankungen des Herzens, die zu Herzschmerzen führen:
- Angina pectoris, „Herzenge": Der Schmerz ist drückend, einengend, dumpf, meist hinter dem Brustbein und kann von dort ausstrahlen. Er kann kurzzeitig unter Belastung, bei emotionalem Stress oder Kälte auftreten und durch Ruhe wieder verschwinden. Typischerweise tritt ein solcher Anfall immer wieder, besonders bei Anstrengung auf und kann von Patient zu Patient sehr unterschiedlich empfunden werden.
- Herzinfarkt, akuter Myokardinfarkt: Bei einem Herzinfarkt wird ein Herzkranzgefäß durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) komplett verschlossen. Etwa die Hälfte der Patienten, die einen Infarkt erleiden, hatten zuvor schon Angina-pectoris-Anfälle und/oder eine koronare Herzkrankheit. Durch den völligen Verschluss des Gefäßes kommt es dazu, dass ein bestimmter Bereich des Herzens nicht mehr mit Blut versorgt werden kann. Wird das Gefäß nicht wieder geöffnet, sterben Zellen ab, was die Funktion des Herzens einschränkt und im schlimmsten Fall zum Tod führen kann.
Die Schmerzen beim akuten Herzinfarkt werden von Patienten häufig als „vernichtend" beschrieben und sind von eine heftigen Todesangst begleitet. Sie halten meist länger als 20 Minuten an, sind stärker als bei einer Angina pectoris und verschwinden auch in Ruhe nicht. Zusätzlich leiden die Patienten oft unter Schwäche, Übelkeit oder Kaltschweißigkeit.
Der Herzinfarkt ist in den Industrieländern die häufigste Todesursache. In Deutschland sterben jedes Jahr etwa 200.000 Menschen an einem akuten Herzinfarkt und seinen Folgen. Daher sollten Patienten, die Schmerzen in der Brust haben, unbedingt von einem Arzt untersucht werden. Besser ein Besuch beim Arzt zu viel als einer zu wenig.
Weitere Erkrankungen, die zu Herzschmerzen führen können:
- Entzündung des Herzbeutels (Perikarditis)
- Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis)
- Entzündung der inneren Schicht des Herzens (Endokarditis)
- Herzrhythmusstörungen (Tachykardie, Arrhythmie, Bradykardie)
- Herzklappenfehler
- Herzinsuffizienz, Herzschwäche
Bei den Entzündungen wird der Schmerz eher als brennend, stechend oder schneidend empfunden
Letzte Aktualisierung am 01.10.2009.