Die häufigste Ursache von Muskelschmerzen ist eine Verspannung der Muskulatur durch eine falsche Haltung oder Überbelastung beim Sport oder bei schwerer körperlicher Arbeit. Diese Schmerzen vergehen normalerweise nach einer Erholungsphase von selbst, wenn die Belastung nachlässt und lassen sich durch Dehnung und Entspannung der Muskulatur bessern.
Bleiben die Schmerzen jedoch über Wochen und Monate bestehen, werden sogar mit der Zeit schlimmer oder breiten sich über verschiedene Körperteile aus, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache der Schmerzen zu finden. Es ist möglich, dass eine Krankheit hinter den Muskelschmerzen steckt.
Insbesondere Infektionskrankheiten können unter anderem Muskelschmerzen hervorrufen. In einigen Fällen sind sie das einzige Symptom der Erkrankung. Zu diesen Krankheiten gehören Infektionen durch:
- Viren, zum Beispiel Cytomegalie-Viren (CMV), Coxsackie-Viren, Adenoviren, Influenzaviren
- Bakterien, zum Beispiel Staphylokokken, Borrelien
- Parasiten, zum Beispiel Trichinellen, Plasmodien
Auch Autoimmunerkrankungen können Ursache von Muskelschmerzen sein:
- Systemischer Lupus erythematodes (SLE): Das Krankheitsbild ist sehr unterschiedlich, je nachdem welche Organe hauptsächlich betroffen sind. Meist äußert sich der SLE ähnlich wie eine Grippe mit Fieber, Abgeschlagenheit, Muskel- und Gelenkschmerzen.
- Polymyositis: Diese Erkrankung beginnt in den meisten Fällen mit einer Muskelschwäche in Schultern und Oberarmen und/oder Becken und Oberschenkeln, die sich wie ein Muskelkater anfühlen kann und sehr schmerzhaft ist.
- Dermatomyositis: Sie verläuft ähnlich wie die Polymyositis, zeigt aber zusätzlich Entzündungen der Haut um den Mund herum sowie an Armen und Beinen
Ebenso Rheumatische Erkrankungen:
- Rheumatoide Arthritis, eine entzündliche Erkrankung der Gelenke
- Panarteriitis nodosa (Polyarteriitis nodosa), eine entzündliche Gefäßerkrankung, bei der Symptome wie Fieber, Schwäche, Kopf- und Gliederschmerzen auftreten.
- Wegenersche Granulomatose: Sie ist ebenfalls eine Gefäßerkrankung, die im Anfangsstadium jedoch vor allem Nase, Ohren und Atemwege betrifft. In meisten Fällen entwickelt sich später auch eine Schädigung der Nieren, Muskeln und Gelenke sowie der Augen.
- Polymyalgia rheumatica: Es treten vor allem seitengleiche Muskelschmerzen, Schwäche und Druckempfindlichkeit an Schultern, Armen, Becken und Oberschenkeln auf.
- Fibromyalgie: Die häufigsten Symptome sind Schmerzen, vor allem im Nacken, Rücken, an Armen und Beinen, Müdigkeit, Schlafstörungen, Licht-, Geräusch- und Kälteempfindlichkeit, in einigen Fällen auch Verdauungsstörungen.
Stoffwechselerkrankungen, die Muskelschmerzen verursachen können:
- Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
- Zuckerstoffwechselkrankheiten (Glykogenosen)
- Fettstoffwechselstörungen
Weitere Erkrankungen, die Muskelschmerzen verursachen können:
- Erkrankungen der Muskulatur (Muskeldystrophie, Myotonie)
- Erkrankungen der Nervenzellen in Gehirn, Rückenmark oder Nervensträngen
- Tumorerkrankungen der Muskulatur oder Metastasen anderer Tumore in den Muskeln
Außerdem können Alkohol, Drogen und bestimmte Medikamente (insbesondere Steroide, Cholesterinsenker und Fibrate) Muskelschmerzen verursachen.
Letzte Aktualisierung am 01.10.2009.