Obwohl Schwitzen eine normale Funktion des Körpers ist, kann eine hohe Schweißproduktion ohne entsprechende Auslöser wie Sport oder emotionale Belastung schnell zu einem ernsthaften Problem für die Betroffenen werden, gerade wenn zum Schweiß auch noch der unangenehme Geruch hinzu kommt. Er entsteht, wenn Bakterien der Haut die Bestandteile des Schweißes zersetzen. Hyperhidrosis, also vermehrtes Schwitzen, ist häufig nicht so leicht durch die gängigen Mittel wie Deodorants in den Griff zu bekommen.
Abgesehen von den kosmetischen und sozialen Problemen, die sich durch extremes Schwitzen ergeben, ist es wichtig zu wissen, dass Schwitzen auch als Symptom einer Krankheit auftreten kann. Betroffene, die schon sehr lange unter vermehrter Schweißabsonderung leiden oder an untypischen Stellen schwitzen, sollten zur Abklärung der Ursache einen Arzt konsultieren. Er kann häufig schnell Entwarnung geben oder bei entsprechendem Verdacht weitere Untersuchungen veranlassen.
Man unterscheidet verschiedene Formen des Schwitzens:
- Hyperhidrosis: Vermehrte Schweißproduktion, die nicht im richtigen Verhältnis zur momentanen Situation, zum Beispiel der körperlichen Belastung oder seelischen Verfassung, steht.
- Asymmetrische Hyperhidrosis: Vermehrtes Schwitzen an einem Bereich des Körpers. Diese Form der verstärkten Schweißabsonderung tritt auf, wenn andere Bereiche des Körpers durch Nervenstörungen nicht schwitzen können, sodass dieser Mangel an anderen Stellen ausgeglichen werden muss.
- Gustatorisches Schwitzen: Vermehrte Schweißbildung vor allem im Gesicht nach Genuss bestimmter Speisen.
- Nachtschweiß: Vermehrtes Schwitzen während der Nacht.
Mögliche Ursachen einer Hyperhidrosis
Ursachen ohne Krankheitswert:
- Hormonelle Umstellungen während der Pubertät oder der Wechseljahre (Klimakterium)
- Hohe emotionale Belastung oder Aufregung, kann auch unbewusst bleiben (Häufig wird vor allem unter den Achseln und an den Händen geschwitzt)
- Übergewicht (Adipositas)
- Konsum bestimmter Lebensmittel und Gewürze, insbesondere Scharfes (Der Schweiß tritt vor allem im Gesicht aus)
- Hohe geistige Anstrengung und Anspannung
Entzündliche Erkrankungen:
- Bakterielle und virale Erkrankungen wie Lungenentzündung, Tuberkulose, HIV-Infektion
- Rheumatische Erkrankungen, akutes rheumatisches Fieber
Funktionsstörungen der endokrinen (Hormone bildenden) Drüsen:
- Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose; Typische Begleitsymptome sind Schwellung des vorderen Halses, Zittern, Schlafstörungen und generelle Nervosität)
- Phäochromozytom (Adrenalin produzierender Tumor)
- Insulinom (Insulin produzierender Tumor)
- Unterzucker (Hypoglykämischer Schock)
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Herzinfarkt
- Akuter Bluthochdruck
- Lungenembolie (Verlegung der Lungenarterien durch ein Blutgerinnsel)
- Linksherzschwäche
- Schock (Durch ein bestimmtes Ereignis werden nur noch die lebenswichtigen Organe durchblutet. Die Durchblutung der Arme und Beine nimmt extrem ab.)
- Bei Erkrankungen der Herz-Kreislaufsystems tritt typischerweise die so genannte Kaltschweißigkeit auf. Dabei wird vermehrt Schweiß abgesondert, die Haut bleibt jedoch kalt und blass und ist wenig durchblutet.
Tumorerkrankungen:
- Leberkrebs (Leberkarzinom)
- Blutkrebs (chronisch myeloische Leukämie)
- Entartung von Zellen des Lymphsystems (Morbus Hodgkin)
- Bei Tumorerkrankungen tritt vor allem Nachtschweiß auf, der von starkem Gewichtsverlust begleitet sein kann.
Sonstige Ursachen:
- Fieber, besonders beim Fieberabfall (bei Fieberanstieg tritt eher Frösteln oder Frieren auf)
- Zerstörung der roten Blutkörperchen durch eine Erkrankung (akute Hämolyse)
- Alkohol- oder Drogenentzug
- Fruktoseintoleranz
- Schlafapnoe (Atempausen beim Schlafen)
Letzte Aktualisierung am 06.10.2009.