Sehstörungen treten in der Regel bei Erkrankungen oder Verletzungen des Auges, der Netzhaut mit den Sinneszellen, des Sehnerven oder des Gehirns auf. Je nachdem welcher Teil des Sehsystems betroffen ist, treten unterschiedliche Symptome auf.
Plötzlich auftretende oder länger anhaltende Sehstörungen sollten möglichst schnell von einem Augenarzt beurteilt und behandelt werden.
Ursachen plötzlich auftretender Sehstörungen:
- Verengung oder Verschluss der Arterien, die das Gehirn mit Blut versorgen. Häufig betroffen ist die Halsschlagader, die Arteria carotis. Bei zeitlich begrenzten Durchblutungsstörungen treten anfallsartige Sehverluste mit schwarzen Bereichen im Gesichtsfeld auf.
- Verschluss der Arterie, die die Netzhaut mit Blut versorgt, wodurch eine meist einseitige, plötzlich auftretende Blindheit entsteht.
- Thrombosen (Verschluss durch ein Blutgerinnsel) der Netzhautvene führen zu plötzlich einsetzenden starken Sehverschlechterungen.
- Entzündungen des Sehnervs gehen meist mit blinden Flecken in der Mitte des Gesichtsfeldes und starken Schmerzen einher.
- Blutungen der Netzhaut, Aderhaut oder im Glaskörper
- Akutes Glaukom (grüner Star): Bei dieser Erkrankung ist der Druck im Inneren des Auges zu hoch, was langfristig die Netzhaut und den Sehnerven zerstört und zu Blindheit führt. Bei einem plötzlichen Druckanstieg treten extrem starke Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen, starke Sehverschlechterungen und vernebelte Sicht auf.
- Netzhautablösung: Verliert die Netzhaut den Kontakt zum Augapfel, treten als Frühzeichen Blitze und Funken im Blickfeld auf. Später trübt die Sicht ein, als würde sich ein Vorhang davor schieben.
- Entzündungen der Regenbogenhaut (Iritis) verursachen dumpfe Schmerzen und Sehverschlechterung besonders in der Nähe.
- Entzündungen der Bindehaut, Hornhaut, Netzhaut oder Gefäßhaut
- Migräne und anfallsartige Kopfschmerzen, häufig begleitet von Lichtempfindlichkeit und Sehen von Blitzen oder Sternen.
Ursachen langsam auftretender Sehstörungen:
- Grauer Star (Katarakt) ist eine Erkrankung, bei der die Linse langsam eintrübt und die Umwelt wie durch einen Schleier wahrgenommen wird. Auch eine vermehrte Lichtempfindlichkeit kann auftreten.
- Chronisches Glaukom (grüner Star): Dabei ist der Innendruck des Auges permanent erhöht, was zu einer Zerstörung des Sehnerven mit entsprechenden Gesichtsfeldausfällen führt. Meist sind bei der chronischen Form des Glaukoms beide Augen betroffen.
- Einklemmung des Sehnerven von außen, zum Beispiel durch einen wachsenden Tumor. Der Sehverlust tritt dabei meist sehr schleichend in Erscheinung.
- Stauungspapille: Dies ist eine Erkrankung, bei der die Austrittsstelle des Sehnerven aus dem Auge anschwillt, was zu einer Verschlechterung des Sehvermögens und teilweise vollständiger Erblindung führt. Die Stauung entsteht durch eine Druckerhöhung im Gehirn, was durch eine Blutung, einen Tumor oder eine Infektion des Gehirns entstehen kann.
- Durchblutungsstörungen der Retina, insbesondere als Langzeitfolge bei Diabetes mellitus und Arteriosklerose
- Minderdurchblutung des Gehirns durch zu niedrigen Blutdruck, Kreislaufschwäche oder Unterzucker
- Trübungen des Glaskörpers
Letzte Aktualisierung am 06.10.2009.