Die Sehschärfe wird in der Fachsprache als Visus bezeichnet. Die Werte für den Visus werden als reine Zahlenangaben und nicht in Maßeinheiten festgehalten. Ein Visus von 1,0 besteht dann, wenn zwei Punkte in einem Abstand von einer Winkelminute noch gerade auseinandergehalten werden können. Dies entspricht ungefähr der durchschnittlichen normalen Sehschärfe der Bevölkerung. Bei geringerer Sehschärfe ist der Wert entsprechend kleiner. Können beispielsweise Punkte nur noch unterschieden werden, wenn sie 5 Winkelminuten voneinander entfernt sind, so besteht ein Visus von 0,2 (1/5). Der Visus kann auch größer als 1,0 sein. Junge Menschen haben oft eine Sehschärfe von 1,25 oder noch mehr. Manchmal wird die Sehschärfe in Prozent angegeben. Dies ist jedoch bei den Augenärzten nicht üblich.
Ist die Sehschärfe so sehr herabgesetzt, dass eine Beschreibung mit Zahlen nicht mehr möglich ist, so kann auf Fingerzählen, Handbewegung oder Lichtschein geprüft werden. Kann mit einem Auge noch nicht einmal Licht gesehen werden, so bezeichnet der Arzt dies als „nulla lux" (lateinisch: kein Licht).