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Blutgerinnungstest - Anwendungsgebiete


Wann wird ein Blutgerinnungstest durchgeführt?

Die Blutgerinnung ist ein System, bei dem über einige Substanzen (Faktoren) im Blut, in den Zellen und im Gewebe bei Verletzungen bewirkt wird, dass das Blut verklumpt und aushärtet. Durch andere Faktoren wird wiederum verhindert, dass das Blut in intakten Gefäßen gerinnt. Dies hält sich normalerweise die Waage. Die Blutgerinnung kann durch Faktoren außerhalb (extrinsic system) oder innerhalb der Gefäße (intrinsic system) ausgelöst werden. Es kommt bei beiden Systemen zu einer Kaskade der Aktivierung von Faktoren, die ab einem gewissen Punkt gleich abläuft und zur Bildung von Fibrin (einem faserigen Eiweiß) führt.


Mit der Blutgerinnungsuntersuchung ist es möglich, Störungen im Gerinnungssystem festzustellen. Diese können sich einerseits darin äußern, dass das Blut zu leicht gerinnt und das Risiko einer Blutverklumpung (Thrombose) besteht. Andererseits kann es durch eine verzögerte oder ausbleibende Gerinnung zu schweren Blutungen kommen.

Eine Neigung zur Thrombose kann unter anderem durch bestimmte Erkrankungen und Erbfaktoren, durch Medikamente („Pille", manchmal sogar Heparin), durch ein Flüssigkeitsdefizit oder durch Operationen verursacht werden.

Die Neigung zu Blutungen kann auftreten bei verschiedenen Erkrankungen, z. B. bei Mangel bestimmter Gerinnungsfaktoren wie bei der Bluterkrankheit (Hämophilie) oder beim von-Willebrand-Syndrom, bei Mangel an Blutplättchen (Thrombozyten, Thrombozytopenie), Mangel an Vitamin K, bestimmten Lebererkrankungen, bei Leukämie, beim gesteigerten Verbrauch von Gerinnungsfaktoren (Verbrauchskoagulopathie) oder bei Nierenversagen (Urämie). Ebenfalls kann die Gerinnung gestört sein durch Medikamente (Gerinnungshemmer wie Marcumar® oder Aspirin®).

Die Blutgerinnungstests dienen der Identifizierung und Unterscheidung solcher Störungen. Oft wird die Gerinnung vor Operationen bestimmt, um auszuschließen, dass das Blutungsrisiko zu hoch ist. Mit den Ergebnissen aus den Gerinnungstests kann entschieden werden, welche Therapie erforderlich ist. Ebenfalls kann eine Behandlung (z. B. mit Heparin) kontrolliert werden.


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Letzte Aktualisierung am 02.04.2009.

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