Am häufigsten erfolgt die Abgabe von Mittelstrahlurin. Das bedeutet, dass bei der Urinabgabe bereits ein kleinerer Teil des Urins verworfen wurde, bevor der Urin aus demselben Strahl als Probe aufgefangen wird.
Neben der einmaligen Abgabe einer Urinprobe kann auch der gesamte Urin eines ganzen Tages untersucht werden. Dieser 24-Stunden-Sammelurin wird in den meisten Fällen von 8 Uhr morgens an bis zur gleichen Uhrzeit am nächsten Tag aufgefangen.
Zur Urinanalyse kann auch Katheterurin herangezogen werden, entweder aus einem frisch gelegten Blasenkatheter oder nach Abnahme mit einer Kanüle aus einem Dauerkatheter.
Manchmal wird eine Blasenpunktion vorgenommen, um Harn zu gewinnen. Dazu wird eine lange Kanüle über die Bauchdecke in die volle Blase eingestochen und der Urin herausgezogen.
Der gewonnene Harn kann dann auf verschiedene Weise untersucht werden. Der Arzt kann zunächst den Urin auf seine äußerlich wahrnehmbare Beschaffenheit untersuchen, also auf die Farbe, mögliche Trübung, den Geruch sowie die ausgeschiedene Menge.
Ein häufig vorgenommener und einfacher Test ist die Untersuchung mit einem Urinteststreifen. Der Streifen wird mit Urin getränkt. Auf dem Teststreifen befinden sich mehrere Felder, die auf jeweils einen bestimmten Stoff im Urin mit einer Verfärbung reagieren. So ist eine grobe Untersuchung unter anderem auf Eiweiß, Zucker, Blutzellen, Nitrit sowie den pH-Wert des Urins möglich, je nach dem Teststreifen auch noch auf weitere Parameter.
Noch genauer ist die Analyse des Harns im Labor, die mit verschiedenen Spezialmethoden erfolgt. So können die genauen Werte für die Substanzen im Harn, für die Dichte und den pH-Wert bestimmt werden. Zellen und größere Bestandteile können durch Mikroskopie des so genannten Urinsediments nachgewiesen und beurteilt werden. Durch das Anlegen einer Urinkultur ist die Bestimmung von Bakterien möglich.