Zu den indirekten Methoden gehört die gewöhnliche Blutdruckmessung mit einer Manschette um den Oberarm. Diese wird zunächst aufgeblasen, um den Blutfluss in den Arm zu stoppen. Die Luft wird langsam abgelassen, während mit einem Stethoskop die Arterien der Ellenbeuge abgehört werden. Sobald der Druck der Manschette gering genug ist, so dass wieder Blut in den Arm fließt, kann ein Geräusch gehört werden. Das Geräusch verschwindet wieder, wenn der Druck der Manschette so niedrig ist, dass die Arterie nicht mehr eingeengt wird. Die Druckwerte entsprechen ungefähr dem systolischen beziehungsweise diastolischen Blutdruck in den Arterien des Körpers.
Auf ähnliche Weise funktioniert die indirekte Bestimmung mit einem Blutdruckmessgerät, die vom Patienten selbst durchgeführt wird. Die Geräusche werden dabei jedoch auf elektronischem Wege analysiert, während ebenfalls automatisch aus einer Manschette Luft abgelassen wird. Auf einem Display werden nach der Messung die Werte angegeben.
Manchmal ist es sinnvoll, den Langzeit-Blutdruck (24-Stunden-Blutdruck) zu bestimmen, da sich die Werte im Tagesverlauf ändern. Auch hierfür gibt es Geräte, die der Patient für die Zeit der Messung mit sich führt und die automatisch in bestimmten Abständen den momentanen Blutdruck bestimmen und aufzeichnen.
Die direkte Blutdruckmessung erfolgt über eine Nadel oder einen Katheter innerhalb einer Arterie. Sie hat praktisch nur in der Intensivmedizin eine Bedeutung.
Die Werte für den Blutdruck werden gewöhnlicherweise in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) angegeben. Der erste (höhere) Wert ist der systolische, der zweite der diastolische Blutdruck. Oft wird die Abkürzung „RR" vor die Werte gesetzt, in Anlehnung an den italienischen Arzt Riva-Rocci, der die Blutdruckmanschette erfand.
Die Normalwerte für den Blutdruck liegen bei 120/80 bis 130/85, als hochnormal wird ein Wert bis 140/90 angesehen. Ein Bluthochdruck besteht entsprechend bei noch höheren Werten. Der Blutdruck ist zu niedrig bei Werten unter 110/70 (Männer) beziehungsweise 100/60 (Frauen). Gesunde Kinder haben niedrigere Blutdrücke als Erwachsene, bei Säuglingen beträgt z. B. der Normalwert 75/50, um dann im Laufe der Kindheit allmählich anzusteigen.