Der Herzkatheter kommt zum Einsatz, wenn verschiedene Krankheiten des Herzens nachgewiesen oder beurteilt werden sollen. So wird das Verfahren z. B. bei Beschwerden des Patienten, die auf krankhafte Veränderungen am Herzen hindeuten, vorgenommen. Ein Beispiel ist Angina pectoris („Brustenge"), das sind Schmerzen hinter dem Brustbein oder auch an anderer Stelle, die oft bei einer Minderdurchblutung des Herzens vorkommen.
Die Herzkatheter-Untersuchung wird aber ebenso durchgeführt, wenn eine Krankheit schon bekannt ist, diese aber in der Schwere beurteilt werden soll. Die Herzkatheter-Untersuchung ist allerdings eine Maßnahme, die meist erst dann erfolgt, wenn andere diagnostische Methoden zur Beurteilung nicht ausreichen.
Mit unterschiedlichen Arten der Herzkatheter-Untersuchung gelingt eine Darstellung und Beurteilung der Herzinnenräume, der Herzklappen (auf Verengungen oder Erweiterungen), der Blutströmung und dem Blutdruck im Herzen sowie der Herzkranzgefäße. Auch angeborene Herzfehler oder auch Tumore können beurteilt werden. Herzrhythmusstörungen können mit dem Herzkatheter-Verfahren der elektrophysiologischen Untersuchung (EPU) genauer analysiert werden.
Zudem eignet sich der Herzkatheter als Untersuchung vor bestimmten operativen Eingriffen am Herzen wie z. B. Bypass-Operationen, Herzklappen-Operationen oder einer Aufdehnung von Gefäßen oder Herzklappen mittels eines Ballons (Ballondilatation). Mit dem Herzkatheter selbst ist manchmal auch eine Behandlung möglich, z. B. die so genannte Katheterablation, die bei bestimmten Herzrhythmusstörungen vorgenommen werden kann, oder das Einsetzen einer Gefäßschiene (Stent).
Letzte Aktualisierung am 12.05.2009.