Wie bei jeder der Früherkennungsuntersuchungen werden die Körpermaße erhoben, also die Länge gemessen, der Kopfumfang bestimmt und das Kind gewogen. Die körperliche Untersuchung beinhaltet viele Organe und Organsysteme, so z. B. Herz und Lunge, Bauchorgane, Genitalien, Haut, Mund und Rachen. Es erfolgt eine Abtastung der Schilddrüse. Die Reflexe werden vom Arzt kontrolliert. Der Arzt achtet auf eventuell unterschiedlich lange Beine und eine mögliche Schiefstellung der Wirbelsäule und des Beckens. Die Zähne und der Kiefer werden überprüft. Zudem erfolgt die Untersuchung einer Urinprobe. Es erfolgt ein umfangreicher Sehtest sowie ein Hörtest, bei dem über einen Kopfhörer Töne an beide Ohren gebracht werden.
Untersucht werden ebenfalls die Bewegung, die Muskelkraft, die Geschicklichkeit und die Körperkontrolle des Kindes. Das Kind in diesem Alter sollte beispielsweise den Stand auf einem Bein beherrschen, mit beiden Beinen nach vorne hüpfen oder ohne Festhalten die Treppe hinaufsteigen können. Bei normaler Entwicklung kann das Kind auch feinere Bewegungsabläufe koordinieren, beispielsweise Anfertigen erkennbarer Zeichnungen, Schneiden mit der Schere, Öffnen und Schließen von Knöpfen oder mit Besteck essen. Weiterhin werden auch die Konzentrationsfähigkeit, das soziale Verhalten und die psychische Verfassung beurteilt. Wichtig ist noch die Überprüfung der Sprachentwicklung: das Kind sollte eine einigermaßen richtige Aussprache besitzen, in ganzen Sätzen sprechen, die Ich-Form verwenden und seinen eigenen Vornamen und Nachnamen kennen.
In einer Befragung der Eltern und im gewissen Rahmen auch des Kindes selbst erfährt der Arzt einiges über die Entwicklung, wie sie sich im Alltagsleben auswirkt. Erfragt wird, ob das Kind sich altersgemäß verhält oder ob es z. B. Nägel kaut, oft aggressiv ist, noch zu unselbstständig ist oder Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Personen hat. Die bereits erworbenen Fähigkeiten kommen zur Sprache, also ob es bereits problemlos essen kann oder selbstständig Toilettengänge ausführen kann. Neben möglichen Krankheitsanzeichen wie z. B. oftmaligen Infektionen, Schlafstörungen oder Krampfanfällen wird auch erfragt, ob es Risikofaktoren für bestimmte Krankheiten in der Familie gibt. Im selben Gespräch gibt der Arzt den Eltern bestimmte Hinweise, unter anderem auch zur Ernährung oder zu möglichen Fördermaßnahmen bei verzögerter Entwicklung.
Normalerweise treten bei der U8 keine Komplikationen auf.
Bei bisher nicht zeitgerecht durchgeführten Impfungen können diese im Rahmen der U8 nachgeholt werden. In manchen Fällen empfiehlt sich ein Hauttest auf Tuberkulose. Bei auffälligen Befunden in den Untersuchungen der U8 können weitergehende Spezialuntersuchungen notwendig werden, gegebenenfalls auch bei einem Facharzt.