Zur U9 gehört zunächst die Vermessung des Körpers. Zu diesem Zweck wird die Körpergröße gemessen, der Kopfumfang bestimmt und das Gewicht kontrolliert. Zur körperlichen Untersuchung gehören Beurteilungen von Herz und Lunge, Baucheingeweiden, Geschlechtsorganen, Haut, Mund, Zähnen und Rachen. Die Haltung wird untersucht, also ob z. B. das Becken und die Wirbelsäule gerade stehen. Der Blutdruck des Kindes wird gemessen. Es wird eine Harnprobe genommen und untersucht. Reflexe werden getestet. Aufschlussreiche Sehtests und Hörtests werden durchgeführt.
Der Arzt kontrolliert erneut die Bewegung und Koordination des Kindes. Es sollte beispielsweise auf einem Bein hüpfen können und auf einer geraden Linie gehen können. Feine Bewegungsabläufe sollten immer besser beherrscht werden, z. B. sollten einfache Figuren einigermaßen gut nachgezeichnet werden können. Im Rahmen der U9 werden ebenfalls das Konzentrationsvermögen, die geistige Entwicklung und das Verhalten begutachtet. Auf mögliche psychische Auffälligkeiten achtet der Arzt ebenso. Die Sprache und vor allem das Sprachverständnis werden überprüft. So sollte das Kind die Aussprache nahezu fehlerlos beherrschen und in seinen Sätzen großteils die Grammatik richtig anwenden können. Es sollte Gegenstände auf ihm gezeigten Bildern benennen können und Bildergeschichten logisch und in richtiger zeitlicher Abfolge erzählen können.
Eine große Rolle neben den Untersuchungen des Arztes gehört auch die Befragung (Anamnese) der Eltern unter Miteinbeziehung des Kindes. Der Arzt kann so in Erfahrung bringen, ob im allgemeinen Leben Entwicklungsverzögerungen zu sehen sind. Es geht unter anderem um eine noch nicht altersgemäße Sprache, Probleme beim Hören und Verstehen, Störungen der Geschicklichkeit, Konzentrationsprobleme, unangemessene oder aggressive Verhaltensweisen, Unselbstständigkeit, Einnässen oder Schlafprobleme. Des Weiteren wird erfragt, ob das Kind auch Freunde beziehungsweise gute soziale Kontakte hat. Mögliche Krankheitsanzeichen sollen ebenso angesprochen werden. Dazu können z. B. häufige Infektionskrankheiten, Kurzatmigkeit, Asthma, eingeschränkte Leistungsfähigkeit oder aufgetretene Krampfanfälle gehören.
Der Kinderarzt kann den Eltern dann Empfehlungen geben, insbesondere, ob er einen baldigen Schulbesuch für angemessen hält oder damit eher noch warten würde.
Komplikationen gibt es normalerweise keine bei den Untersuchungen innerhalb der U9.
Bei einem unvollständigen Impfschutz des Kindes wird gegebenenfalls am Untersuchungstag auch eine Auffrischungsimpfung durchgeführt. Beim Verdacht auf bestimmte Störungen kann das Kind zu weiteren Untersuchungen, eventuell bei Fachärzten, geschickt werden. Die U9 erfolgt kurz vor dem Schulalter, ist aber nicht zu verwechseln mit der Schuleingangsuntersuchung. Diese erfolgt durch den Schularzt wenige Monate vor Beginn des Schulbesuches.