Lumbalpunktion - Anwendungsgebiete
Wann wird eine Lumbalpunktion durchgeführt?
Eine Lumbalpunktion dient dazu, Krankheiten nachzuweisen, die mit Veränderungen des Nervenwassers (Liquor cerebrospinalis) einhergehen. Die Nervenflüssigkeit umgibt das Gehirn und das Rückenmark. Seine Funktion ist die erschütterungsarme Lagerung sowie die Versorgung des zentralen Nervensystems mit Nährstoffen. Erkrankungen mit Veränderungen im Liquor können oft nicht mit einer Blutuntersuchung erkannt werden, da Substanzen und Erreger häufig nicht vom Liquor in das Blut gelangen können. Die Lumbalpunktion beziehungsweise Liquoruntersuchung wird daher vor allem beim Verdachtsfall auf bestimmte Krankheiten des Gehirns und Rückenmarks sowie der Hirnhäute und Rückenmarkshäute vorgenommen. Die Liquorpunktion eignet sich aber auch zur Verlaufskontrolle einiger dieser Erkrankungen.
Erkrankungen, die mit der Lumbalpunktion und der Untersuchung des Liquors erkannt und beurteilt werden können, sind unter anderem:
- Entzündungen des Gehirns (Enzephalitis) und der Hirnhäute (Meningitis), welche meist durch Erreger verursacht werden
- Multiple Sklerose (MS), eine Erkrankung, bei der durch eine Autoimmunreaktion (Reaktion des Abwehrsystems gegen körpereigene Zellen) die Nervenhüllen zugrunde gehen
- Einblutung in den Liquorraum (Subarachnoidalblutung)
- Tumore des Gehirns, des Rückenmarks oder der Hirnhäute, auch Metastasen (Tochtergeschwülste von Tumoren anderen Ursprungs) sowie Leukämien (Blutkrebs) oder Lymphome (Lymphkrebs)
Die Lumbalpunktion kann im Übrigen auch zu therapeutischen Zwecken durchgeführt werden, z. B. um Medikamente oder Betäubungsmittel in den Liquorraum einzuführen, oder um überschüssiges Nervenwasser bei einem Hydrozephalus („Wasserkopf") abzulassen.
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Letzte Aktualisierung am 15.04.2009.
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