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Die Blutgruppen


Welche Blutgruppen gibt es?

Jeder Mensch trägt Blutgruppenmerkmale auf den roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die an die Nachkommen weitervererbt werden.


Es gibt ca. 150 unterschiedliche Blutgruppensysteme, nach denen die Blutgruppe bestimmt werden kann. Am bedeutsamsten und bekanntesten von ihnen ist das AB0- System, nach dem sich unsere "Blutgruppe" im umgangssprachlichen Sinne richtet.

Aber auch das Rhesus-, Kell-, Duffy-, Kidd- und Lewissystem ist in der Klinik von großer Bedeutung.

Im ABO-System werden vier Blutgruppen voneinander unterschieden: A, B, AB und Blutgruppe 0, die mit verschiedenen Häufigkeiten zu finden sind:

  • Blutgruppe A: 45%
  • Blutgruppe B: 10%
  • Blutgruppe AB: 5%
  • Blutgruppe 0: 40%

Wie oben beschrieben tragen wir die Blutgruppeneigenschaften auf unseren roten Blutkörperchen. Diese „ Eigenschaften " sind eigentlich Zuckermoleküle, die auf der Oberfläche der Zellen verankert sind. Je nachdem ob eine Zuckerkette vorhanden ist und welche Zusammensetzung sie hat, unterscheidet man dann in die Blutgruppen A, B, AB und 0.

Jeder von uns hat nun in den ersten 6 Lebensmonaten Antikörper gegen diejenige Blutgruppen gebildet, die nicht seiner eigenen entspricht. In der Medizin spricht man hier auch von "regulären Antikörpern".
Antikörper sind Eiweiße, die den Körper unterstützen Fremdstoffe, auch Fremdblut im Körper abzuwehren bzw. zu zerstören.
Die Bildung dieser Eiweiße wird nach der Geburt durch Bakterien in unserem Darm hervorgerufen, die als Antigene wirken. Das sind Stoffe, die die Bildung von Antikörpern anregen.

Das heißt im Klartext:

  • Träger der Blutgruppe A haben Antikörper gegen Blutgruppe B
  • Träger der Blutgruppe B bilden Antikörper gegen Blutgruppe A
  • da bei der Blutgruppe AB die Zucker von Gruppe A und B kombiniert werden, kommt es zu keiner Antikörperbildung
  • die Blutgruppe 0 zeichnet sich dadurch aus, dass die roten Blutzellen weder die Zucker für Blutgruppe A, noch die von Gruppe B tragen, d.h. bei dieser Blutgruppe werden Antikörper gegen Gruppe A und Gruppe B produziert

Da bei der Blutgruppe 0 keine als Antigene wirkenden Zucker vorkommen, werden auch keine Antikörper dagegen gebildet, wenn man Erythrozyten dieses Typs Patienten mit anderer Blutgruppe zuführt. Blutgruppe 0 kann demnach als universales Spenderblut verwendet werden.

Patienten mit Blutgruppe AB produzieren keine Antikörper gegen Gruppe A, oder B. Das bedeutet, dass ihnen rote Blutzellen jeder anderen Gruppe in den Kreislauf gegeben werden können. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom " Universalempfänger ".

Kommt es dazu, dass im Laufe des Lebens Blut einer fremden Blutgruppe in unseren Kreislauf gelangt, z.B bei einer Schwangerschaft, werden auch hier Antikörper gegen die fremden Blutgruppenmerkmale gebildet. Man spricht dann aber von " irregulären Antikörpern ", die sich vom Antikörpertyp von den " regulären Antikörpern " unterscheiden.

Wann wird unsere Blutgruppe bestimmt ?

Es gibt verschiedene Gründe die Blutgruppe eines Patienten zu bestimmen. Beispielsweise wird dies regelmäßig vor Operationen durchgeführt, falls dem Patienten dabei, oder danach Blut zugeführt werden muss.

Aber auch in Notfällen, wenn ein Patient dringend Blutkonserven benötigt, wird seine Blutgruppe bestimmt. Ebenso passiert dies z.B. auch, wenn wir Blut spenden. Dann wird unsere Blutgruppe ermittelt und in unserem Blutspenderausweis notiert.


Blutgruppen Untersuchung »

Letzte Aktualisierung am 26.05.2009.

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