Als Normwert gelten bei Männern und Frauen: 81 - 100 fl
Eine MCV-Bestimmung wird beispielsweise vorgenommen, wenn eine vorliegende Anämie (Blutarmut) näher klassifiziert werden soll, da es verschiedene Arten dieser Krankheit gibt. Sie kann ebenfalls hilfreich sein, um Differentialdiagnosen einer Anämie zu erstellen. Differentialdiagnosen sind Erkrankungen, die genauso zu den Krankheitszeichen (Symptome) des Patienten passen.
Der MCV-Wert ist z.B. erhöht, wenn der Patient an einer megaloblastären (= die roten Blutzellen sind vergrößert) Anämie leidet. Diese Erkrankung kann u.a. entstehen, wenn wir zu wenig Folsäure (Pteroylglutaminsäure, Vitamin M), oder Vitamin B12 (Cobalamin) zu uns nehmen. Eine andere Ursache können Bluterkrankungen wie eine Retikulozytose (= zu viele neue, unreife Erythrozyten im Blut), oder ein Plasmozytom (= bösartige Erkrankung bestimmter weißer Blutzellen) sein.
Der MCV-Wert ist dagegen erniedrigt, wenn ein Eisenmangel besteht. Das kann hervorgerufen werden, wenn wir zu wenig Eisen aufnehmen. Häufig passiert das bei Vegetariern, da in Fleisch sehr viel Eisen enthalten ist.
Auch große Blutungen, oder ein erhöhter Bedarf in der Wachstumsphase, Schwangerschaft, sowie bei Tumoren und Infektionen kann Ursache dafür sein. Möglich ist aber auch, dass das Eisen einfach nicht mehr in den Körper aufgenommen werden kann, z.B., wenn der Darm nicht mehr richtig arbeitet. Der MCV-Wert sinkt bei Eisenmangel deshalb, weil das Eisen essenzieller Bestandteil des Hämoglobins ist, das in den roten Blutzellen enthalten ist. Wenn also dem Körper nicht genügend Eisen zugeführt wird, sinkt der Hämoglobingehalt in den Erythrozyten und in der Folge auch ihr Volumen.
Allgemein gilt, dass MCV und MCH in linearer Beziehung zueinander stehen und damit in etwa dasselbe aussagen. Beide Größen sind sehr empfindliche Messwerte, die auf krankhafte Veränderungen schnell reagieren.