Tumormarker eignen sich nicht zur Früherkennung einer Krebserkrankung und auch nicht als Routinetest bei Vorsorgeuntersuchungen. Der Grund dafür ist, dass es kaum Tumormarker gibt, die nur bei einer einzigen Krebsart vorkommen. Erhöhte Marker-Werte können verschiedene, zum Teil auch harmlose Ursachen haben.
Die bestimmten Werte lassen außerdem keine Aussage über die Größe des Tumors oder das Stadium der Krebserkrankung zu. Eine Bestimmung der Tumormarker dient hauptsächlich der Verlaufskontrolle von Tumorerkrankungen, die bereits erkannt und behandelt wurden.
Die Beobachtung der Marker-Konzentrationen ist auch nur dann sinnvoll, wenn der Tumormarker vor Beginn der Behandlung gemessen wurde und dieser Wert erhöht war. Nur dann lässt eine Kontrolle der Werte zuverlässige Aussagen über den Erfolg der Behandlung und die Prognose zu. Außerdem muss es für die Krebserkrankung des behandelten Patienten einen oder mehrere zuverlässige Marker geben.
Die Verlaufskontrolle der Tumormarker bietet die Möglichkeit, das Anschlagen und den Erfolg der laufenden Therapie zu beurteilen. Nach einer erfolgreichen Behandlung werden bei Krebspatienten diese Werte häufig über Jahre hinweg in regelmäßigen Abständen überprüft. Treten im Laufe der Zeit erneut erhöhte Konzentrationen auf, ist dies häufig ein Hinweis auf ein Rezidiv (erneuter Ausbruch) oder Metastasen (Tochtergeschwüre) des behandelten Tumors. So können solche erneuten Erkrankungen früh erkannt und rechtzeitig behandelt werden.
Meist werden bei Patienten zwei oder mehr Tumormarker bestimmt, die für die jeweilige Krebsart charakteristisch sind. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, ein richtiges Ergebnis zu erhalten. Ein einzelner Tumormarker-Wert kann durchaus fälschlicherweise erhöht sein, zum Beispiel durch eine andere Erkrankung oder einen Messfehler.
Was ist bei der Beurteilung dieser Werte zu beachten?
Eine Bestimmung der Tumormarker-Werte ist niemals ausreichend, um eine Krebserkrankung sicher zu diagnostizieren oder auszuschließen. Besteht der Verdacht, dass ein Patient einen Tumor hat, müssen immer weitere diagnostische Maßnahmen ergriffen werden. Viel wichtiger als die Messung der Marker-Werte ist dabei die Untersuchung mittels Ultraschall, Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) oder einer Biopsie.
Welche sonstigen Erkrankungen können erhöhte Tumormarker-Werte verursachen?
Bei den folgenden Krankheiten kann es zu einer Erhöhung verschiedener Marker-Werte kommen, obwohl kein Krebs vorliegt:
- Leberzirrhose
- Gelbsucht (Ikterus) durch einen Verschluss der Gallenwege
- Entzündungen, zum Beispiel im Magen- oder Darmbereich
- Nierenerkrankungen, zum Beispiel Niereninsuffizienz
Weitere Ursachen:
- Rauchen
- Schwangerschaft
- Verwendung unterschiedlicher Tests: Bei einem Patienten muss immer der gleiche Test verwendet werden, da verschiedene Verfahren zum Teil sehr unterschiedliche Werte liefern, wobei auch der Normalbereich von Test zu Test häufig variiert.
Letzte Aktualisierung am 26.05.2009.