Das Auge besitzt eine vordere und eine hintere Augenkammer, die beide mit Flüssigkeit gefüllt sind. Die Bezeichnungen „vordere" und „hintere" beziehen sich auf ihre Lage zur Augenlinse, die zwischen diesen beiden Kammern steht. Die beiden Kammern stehen über die Pupillenöffnungen miteinander in Verbindung. Die Flüssigkeit wird im Ziliarkörper der hinteren Kammer gebildet. Der Ziliarkörper besteht hauptsächlich aus einem Geflecht von Venen und produziert das Kammerwasser, indem Blutflüssigkeit (ohne Blutkörperchen) durch die Venenwände gepresst wird. Die entstanden Flüssigkeit durchfließt dann erst die hintere Kammer, bevor sie die vordere erreicht und dort wieder aus der Kammer entfernt wird. Am Übergang zwischen Regenbogenhaut (Iris) und Hornhaut befinden sich Trabekelwerk (Maschenwerk) und Schlemm-Kanal. Diese Strukturen sorgen für den kontinuierlichen Abfluss des Kammerwassers. Zu- und Abfluss der Flüssigkeit befinden sich normalerweise im Gleichgewicht, so dass ein konstanter Augeninnendruck von 10 bis 21 mmHg herrscht. Wenn dieses Gleichgewicht gestört ist, kommt es zur Erhöhung des Augeninnendrucks, was dann im schlimmsten Fall zu Erblindung führen kann, da der Sehnerv durch den erhöhten Druck geschädigt wird. Diese Druckerhöhung wird als Glaukom oder „Grüner Star" bezeichnet. Das Glaukom zählt auch heute noch zu den häufigsten Ursachen der Erblindung. Das Risiko, an einem Glaukom zu erkranken, ist altersabhängig. Ab dem 75. Lebensjahr liegt das Risiko noch bei ungefähr 7 bis 8 Prozent, ab dem 80. steigt es schon auf bis zu 15 Prozent.
Letzte Aktualisierung am 27.04.2009.