Die Ursachen der vorzeitigen Ejakulation sind meist psychischer Natur. Manche Männer stehen beim Geschlechtsverkehr stark unter Druck. Dieser Druck kann durch viele Faktoren beeinflusst werden. Meist handelt es sich dabei um Stress im Beruf, Beziehungsprobleme oder zu hohe Erwartungen. Oft sind es auch nicht die Erwartungen der Partnerin, die zu hoch gesteckt werden, sondern die eigenen. Dieses Gefühl wird durch die Medien häufig noch verstärkt. In seltenen Fällen können auch körperliche Ursachen zugrunde liegen.
In diesem Fall bleibt der Samenerguss trotz erlebtem Orgasmus komplett aus. Dies kann viele Gründe haben, die hauptsächlich physischer (körperlicher) Natur sind. Wenn keine Ejakulation vorliegt, kann es daran liegen, dass kein Ejakulat gebildet wird. Das ist aber nur bei schweren Funktionssstörungen der Hoden, Nebenhoden und Drüsen (Prostata, Bulbourethraldrüsen) möglich, was sehr selten vorkommt. Wahrscheinlicher ist eine Störung des Ejakulattransports aus den Nebenhoden zur äußeren Öffnung der Harnröhre. Diese kann durch Schäden der Muskulatur in Samenleiter und Harnröhre entstanden sein. Oder es existiert ein Hindernis, das ein Austreten des Ejakulats verhindert. Dadurch kann es unter Umständen auch zur retrograden Ejakulation kommen, die häufig mit der Anejakulation verwechselt wird.
Bei der retrograden (rückwärtigen) Ejakulation liegt der Grund für die Ejakulation in die Harnblase meist in der Koordination der beteiligten Muskeln. Um den Samen vom Nebenhoden bis in die Harnröhre zu transportieren, müssen die beteiligten Muskeln genau zusammenwirken. Wenn sich einzelne Muskeln zu früh oder zu spät kontrahieren (zusammenziehen), kann der gesamte Transport ins Stocken geraten. Hinzu kommt häufig, dass die Spannung des Schließmuskels der Harnblase erniedrigt ist. Das begünstigt eine retrograde Ejakulation noch. Meist entstehen retrograde Ejakulationen nach Operationen im Bereich des Beckens. Besonders häufig ist hier die Prostataentfernung durch die Harnblase zur Therapie der gutartigen Prostatavergrößerung zu nennen. Aber auch Nervenerkrankungen (z.B. Multiple Sklerose), Bandscheibenvorfälle oder bestimmte Medikamente können auslösend sein.