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Apotemnophilie

Eine sexuelle Vorliebe für Amputationen...

Der Begriff Apotemnophilie entstammt dem Griechischen und setzt sich aus mehreren Wörtern zusammen. Apo bedeutet soviel wie weg von, tomy hingegen amputieren und philie Freundschaft oder Liebe. Aus dieser Aufschlüsselung lässt sich schon relativ leicht erkennen, um welche so genannte Paraphilie es sich handelt: Der sexuell geprägte Hang zu Amputationen.

Bei der Apotemnophilie gibt es allerdings zwei Kategorien, die sich deutlich unterscheiden und auch in der Ausgeprägtheit zwischen relativ harmlosem Bandagieren von Körperteilen bis hin zu tatsächlichen Amputationen von Gliedmaßen reichen können. Diese erste Variante entspringt der so genannten BDSM-Szene, die eine Mischung aus Bondage, Disziplin, Sadismus und auch Masochismus darstellt und das Bandagieren von Penis, Brüsten oder auch anderen Körperteilen beinhaltet.

Der erregende Faktor liegt bei dieser Form der Apotemnophilie in der Vorstellung amputiert, sowie der Unterlegene und Schwache im sexuellen Spiel und Akt zu sein. Eine weitere Variante der Apotemnophilie ist es, denn tatsächlichen Wunsch nach dem Entfernen eines ungeliebten Körperteils oder auch des Querschnittgelähmt-Seins zu haben. Oftmals fühlen sich die Betroffenen als blind oder verstümmelt und möchten diese Gedanken in die Realität umsetzen.

Doch mit diesem Wunsch sind Apotemnophilier regelrecht allein gelassen, da es normalerweise keinen Arzt gibt, der solch einen Wunsch erfüllen wird. Bislang wurde lediglich von einem Arzt in Schottland berichtet, der Patienten durch das amputieren gesunder Gliedmaßen zu einem ruhigeren Inneren verhilft.

Eine dritte Form der Apotemnophilie ist auch zugleich die schwerste und oft auch diejenige, die strafrechtliche Folgen oder auch den Tod durch verbluten nach sich zieht. Glücklicherweise ist diese Variante auch diejenige, die am wenigsten vorkommt. Die Rede ist hier von sexuellen Praktiken, die während des Aktes tatsächlich eine reale Verstümmlung durchlaufen. Von einer harmlosen Neigung kann hierbei allerdings nicht mehr die Rede sein, denn oft führt das Amputieren zum Tod einer der Beteiligten.

Wie man unschwer erkennen kann, sind die Unterschiede der Apotemnophilie doch recht groß und eine Verallgemeinerung dieses Begriffes ist fast nicht möglich. Auch bei der Entstehung dieser Paraphilie trennen sich die Ansichten.

Begründet in der Kindheit oder durch ein einschneidendes Erlebnis im Erwachsenenalter, diese Fragen sind noch lange nicht geklärt, zumal viele Fachleute die Apotemnophilie nicht als Erkrankung betrachten und es immer wieder zu kontroversen Diskussionen unter den Ärzten und Psychiatern kommt.

Eine Therapie wird in der Regel nur dann nötig, wenn sich der Betroffene selbst unwohl fühlt und den Gedankenkreis durchbrechen möchte. Liegt jedoch die schwerste Form der Apotemnophilie vor, dann ist eine therapeutische Behandlung kaum mehr vermeidbar, wobei die Erfolgsaussichten nicht besonders groß sind.

 



Letzte Aktualisierung am 27.02.2009.

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