1886 wurde dieser Begriff erstmals in der Psychiatrie verwendet und hat bis heute seinen festen Platz unter den scheinbar abnormen Sexualpraktiken behalten. Allerdings wird die Liebe zum Masochismus nicht mehr generell unter den sexuellen Störungen eingereiht, da es durchaus unterschiedliche Formen und Beweggründe für diesen Hang gibt und man deshalb differenzieren muss.
In der überwiegenden Zahl zeigt sich eine masochistische Veranlagung bei Frauen, wobei auch zahlreiche Männer ihren Reiz und auch Spaß an der Unterdrückung und dem Zufügen von Schmerzen aufweisen. Schmerzen, die durch Schläge mit der Hand oder Gegenständen ebenso zugefügt werden, als auch durch brennende Kerzen oder Zigaretten, sowie das Fesseln und zahlreiche weitere Handlungen, die jedoch alle nur eines im Sinn haben: Lustgewinn durch Schmerz.
Während Frauen eher von Natur aus eine eher unterwürfige Haltung einnehmen und vermutlich deshalb oft das „Opfer" zwischen Masochismus und Sadismus sind, zeigt bei den Männern dagegen oftmals ein Widerspruch. So gibt es auffällig viele Masochisten, die im Alltag führende berufliche Positionen mit hohem Machtgefüge einnehmen und in ihrer Freizeit durch masochistischen Handlungen genau den Gegenpart einnehmen. Unterdrückt werden, die Macht abgeben, sich klein und hilflos fühlen, sind hierbei nur einige Aspekte, die „gestandene Männer" zu einem unterwürfigen Schoßhund degradieren.
Forscht man nach den Ursachen beziehungsweise den Auslösern für die sexuelle Vorliebe und teilweise Abhängigkeit dieser Spielart, dann findet man nicht wirklich gefestigte Belege. So scheint eine Veranlagung und auch die Persönlichkeit des Masochisten eine wichtige Rolle dieser sexuellen Präferenz zu sein. Doch hinreichend geklärt ist die Entstehung nicht und so gibt es auch Vermutungen, dass der Lustgewinn und der Spaß am seelischen und körperlichen Verletzwerden auch in prägenden Kindheitserlebnissen liegen kann.
An und für sich bleibt es jedem Menschen überlassen, wie er seine sexuelle Lust ausleben will, doch gerade Masochisten unterliegen der Gefahr ernsthafte Verletzungen im sexuellen Spiel zu erleiden. Quetschungen, Verbrennungen, Knochenbrüche oder Gehirnerschütterungen sind hierbei nur einige der möglichen Verletzungsgefahren, die wiederum oft tödlich enden.
Rechtlich spricht nichts gegen den Masochismus, sofern er freiwillig und nicht unter Zwang geschieht. Allerdings ändert sich die Sachlage, wenn der Masochist zu Schaden kommt. Eine zweischneidige Angelegenheit. Gesellschaftlich treten Masochisten kaum mit ihrer besonderen Vorliebe in der Öffentlichkeit auf, denn die wenigsten Menschen können oder wollen nachvollziehen, wie man sich erniedrigen oder verletzen kann und sei es nur durch den Gewinn an Lust.
Eine Therapie ist nicht ganz einfach, oft sehr langwierig und nur selten erfolgreich, zumal die wenigsten masochistisch veranlagten Menschen einen Impuls verspüren ihren „Hang" therapieren zu lassen.