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Autogynophilie oder Autogynäphilie

Die Autogynäphilie drückt die Liebe zur eigenen Weiblichkeit aus...

Das Wort Autogynophilie entstammt wie die meisten Paraphilien aus dem Griechischen und bedeutet im Einzelnen „auto" selbst, „gyno" Frau und „philie" Liebe oder Freundschaft. Die Liebe zur eigenen Weiblichkeit ist in diesem Kontext auf den Mann bezogen und nicht wie man vielleicht annehmen könnte die Selbstliebe einer Frau.

Auch die Annahme, dass ein von Autogynophilie Betroffener ein Transvestit sei, ist nicht korrekt. Transgender oder Transsexuelle sind die Begriffe, die in dem Erklärungsmodell Autogynophilie verwendet werden. Diese Modell geht auf Ray Blanchard zurück, der allerdings mit seinen Thesen nicht bei allen Experten als Nonplusultra der Erklärungen und Klassifizierungen widerspruchslos angenommen wird.

Auch die Autogynophilie beinhaltet einen sexuellen Touch, doch zeigt sich diese Paraphilie bei einem Mann nicht unbedingt und ausschließlich auf einen sexuellen Reiz. Viel mehr liegt der Fokus darauf gerichtet sich als gut aussehende und damit attraktive Frau fühlen zu können. Zum besseren Verständnis ein kleines Beispiel: Es ist Sommer und eine attraktive Frau sitzt in ihrem Auto. Da es warm ist, hat sie ihren Rock höher geschoben. Zum Vorschein kommen lange, schlanke und gebräunte Bäume. Ein Junge sieht durch Zufall in diesem Moment nur die Beine, fixiert diese fast und wünscht sich ebenfalls solche wohlgeformten Frauenbeine zu haben.

Wie genau die Autogynophilie entsteht ist noch unklar, doch könnte solch ein Moment durchaus als Auslöser einer bereits vorhandenen latenten Veranlagung sein. Transgender fühlen sich im Inneren mehr als Frau und versuchen durch Hilfsmittel das Innere auch nach außen zu tragen. Kleider, Kosmetika, Perücken sind beispielsweise solche Hilfsmittel. Doch dieser Part ist nur ein Teil von zahlreichen Wünschen. So genügt es Autogynophile selten nur sich selbst als Frau zu fühlen, sondern wünschen sich auch von der Umwelt so wahrgenommen zu werden.

Je nach Ausprägung der Autogynophilie belassen es viele Männer an dieser Art von Umsetzung, doch leidet ein Betroffener unter diesem Phänomen, dann folgt zumeist im Laufe der Jahre auch die körperliche Wandlung durch Operationen und Medikamente. Dieser Schritt folgt in der Regel zumeist dann, wenn der Gedanke und Wunsch nach einer Vulva oder auch Schwangerschaft überhand nimmt.

In der Gesellschaft werden Autogynophilier eher als harmlos eingestuft und meist belächelt oder auch lächerlich gemacht. Ein Umstand der es für die Betroffenen nicht einfacher macht so leben zu können wie sie möchten. Ein Mann der sich als Frau fühlt oder so sein möchte wie eine Frau, ist in den Augen der meisten Menschen kein „richtiger" Mann und damit entweder krank, schwul oder einfach nur gestört. Vermutlich kann nur ein Mitbetroffener nachempfinden was in einem Autogynophilen vorgeht und wie schwer es für in selbst ist.

Auch Frauen sind von dieser Paraphilie betroffen, doch weitaus seltener und werden in dem Erklärungsmodell kaum genannt. Generell wird von einer Homosexualität ausgegangen und dem Wunsch anders zu sein. Anders sein im Sinne von attraktiv weiblich oder männlich. In den meisten Fällen leben Autogynophilie gänzlich unbemerkt und benötigen auch keine therapeutische Hilfe. Ausgenommen natürlich, wenn sich die Vorliebe so stark ausprägt, dass der Betroffene extrem seelisch darunter leidet und sich selbständig fachliche Hilfe sucht.



Letzte Aktualisierung am 02.03.2009.

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