Langsame und reizvolle Bewegungen mit den Hüften, Po oder auch dem Bauch und den Po, verführen schon seit Jahrtausenden die Männerwelt (Frauen sind zumeist weniger „anfällig" für diesen Reiz). Ob in Tempeln oder heute beim Table Dance, Tanzen ist sexy und lässt die Fantasien schnell in Fahrt kommen. Dadurch eine Erregung zu erhalten, führt zumeist nur zu einem erotischen Kick, der jedoch keine bestimmte Abhängigkeit in sich birgt.
Anders sieht die Sachlage aus, wenn ein coreophil veranlagter Mensch die Ausschließlichkeit in diesen besonderen Fetisch legt. So können viele Betroffenen durch herkömmliche sexuelle Animationen nicht mehr erregt, geschweige befriedigt werden und benötigen deshalb den Anblick der tanzenden Frau. Vielfach führen die Coreophilen während des Betrachtens die Handlungen der Masturbation aus oder auch in der erweiterten Variante den Geschlechtsverkehr mit der Tanzenden bzw. mit der Partnerin aus.
Gesellschaftlich wird die Coreophilie relativ gut akzeptiert, da es sich nicht um eine gewalttätige Paraphilie handelt und viele selbst einen gewissen Reiz darin finden. Therapeutische Maßnahmen sind in der Regel nicht nötig, es sei denn, der Betroffene selbst fühlt sich durch diese Paraphilie belastet, weil sich seine Gedanken nur noch um das Sehen seines Fetisch drehen und womöglich nicht nur der Beruf leidet, sondern vor allem auch oft keine Partnerschaft mehr eingegangen werden kann.
Auch von rechtlicher Seite spricht nichts gegen die Coreophilie, außer es wird mit Gewalt versucht einen Menschen dazu zu bringen vor ihm zu tanzen und den Betroffenen zu stimulieren. Doch diese Form kommt allerdings so gut wie nicht vor und würde dann wiederum in eine andere Art von sexuellen Störungen eingereiht werden.
Gründe für eine möglicherweise exzessiv ausgelebte Form der Coreophilie sind bis lang wie bei den meisten Paraphilien nicht belegt. Einschneidende schöne Erlebnisse können hierbei ebenso eine Ursache sein als auch die Hemmung sich direkt mit einem Partner auseinander zusetzen und eine sexuelle befriedigende Beziehung zu führen. Allerdings ist die Coreophilie durchaus ein Relikt aus der Evolution und somit gedanklich und gefühlsmäßig nicht ganz so schwer nachvollziehbar wie so manch andere Paraphilie.