Auch wenn es auf den ersten Blick nach der Pädophilie aussieht, handelt es sich bei der Ephebophilie nicht um die gleiche Paraphilie. Während Pädophilie ihre sexuellen Vorlieben auf Kinder bis etwa vierzehn Jahre fokussieren, sind es bei den Ephebophilen der Hang zu jugendlichen Männern ab etwa fünfzehn Jahren. Dieser Hang ist mit einer der ältesten im Bereich der außerhalb der Norm auftretenden sexuellen Gedankengängen, Süchten oder auch extravaganten Sexbeziehungen. Schon im alten Rom war es Gang und Gäbe, dass es sexuelle Beziehungen mit Jünglingen gab und diese exzessiv ausgelebt wurden.
Geprägt wurde der Begriff Ephebophilie von Magnus Hirschfeld, der schon im Jahre 1906 ein Buch über diese Thematik veröffentlichte. Allgemein wird diese Paraphilie nicht als eine gestörte sexuelle Präferenz angesehen, sondern eher als erwartete sexualbiologische Reaktion.
Wie stark schlussendlich eine Störung ist beziehungsweise empfunden wird, ist abhängig von den Gedankengängen des einzelnen Betroffenen. Nicht jeder Ephebophilier lebt seine Vorliebe für junge Männer tatsächlich aus, träumen jedoch davon. Andere wiederum können gar nicht mehr anders als nur an die sexuellen Spiele mit dem jeweiligen Jüngling zu denken und diese auch auszuleben.
Werden die Jugendlichen nicht zu sexuellen Handlungen gezwungen, bleibt in der Regel eine strafrechtliche Verfolgung aus. Oft fühlen sich die jungen Männer auch zu den älteren Männern hingezogen, ein Umstand der besonders auch durch die bestehende Pubertät untermauert wird, in der viele männlichen Jugendlichen nicht wissen ob sie heterosexuelle oder doch homosexuelle Gefühle hegen.
In der Gesellschaft sind die Vorlieben der Ephebophilier nicht gerne gesehen und oft auch in die Schublade der Pädophilien gesteckt. Ansichten die es für die Betroffenen recht schwer machen ihre sexuelle Präferenz ausleben zu können. Versteckspielereien prägen oft den Alltag dieser Männer und erschweren oftmals ein soziales Miteinander.
Woher die Zuneigung und sexuelle Lust auf Jugendliche kommt, ist wie bei den meisten Paraphilien nicht geklärt. Ereignisse in der eigenen Kindheit oder negative Erfahrungen im Erwachsenenalter könnten ebenso für diese Präferenz Auslöser sein als auch eine genetische Veranlagung.
Therapeutische Hilfe benötigen die wenigsten Ephebophilier, es sei denn, dass sich ihre Gedanken und sexuelle Erregung nur noch um die jungen Männer drehen und sie auch mit Zwang versuchen, sich solch einen „Freund" zuzulegen. Gehen eine sexuelle Nötigung mit einher und kommt es zu einem gerichtlichen Verfahren, wird zumeist von seitens des Richters eine Therapie angeordnet, die allerdings in nur wenigen Fällen zu einem Erfolg führt.