In der überwiegenden Mehrheit sind es Männer die ihr Geschlechtsteil unvermittelt zeigen oder sich während des sexuellen Aktes beobachten lassen. Dies kann durch unterschiedliche Motive heraus entstehen. Schockieren oder Aufmerksamkeit erhalten, Bestätigung finden oder eine persönliche Genugtuung erfahren sind die meisten dieser Motive, die einen Exhibitionisten in seinem Tun antreiben.
In der Gesellschaft werden Exhibitionisten durchaus auch geduldet, so etwa in Swingerclubs, auf Festivals oder auch Demonstrationen. Letztere haben jedoch mehr mit einem reinen Aufmerksamkeitserregen zutun als mit dem Ausleben einer sexuellen Neigung und auch Befriedigung. Anders hingegen sieht die Sachlage aus, wenn ein Exhibitionist sich unvermittelt vor Kindern entblößt oder sich aus reinen sexuellen Gründen vor Frauen und Männern nackt zeigt. Hier liegt dann ein strafbares Verhalten vor, das juristisch verfolgt wird.
Juristisch und auch medizinisch werden die exhibitionistischen Neigungen als ein sexuell krankhafte Verhalten angesehen. Hier sollte man allerdings etwas relativieren, denn ein reines Entblößen ohne weitere Belästigungen anderer Menschen, kann auch als ein normales Verhalten angesehen werden, dass jedoch aufgrund der gesellschaftlichen Normen als „krank" betrachtet wird. Die Wörter krank und gestört werden demzufolge oft unter Laien (und auch Experten) verwendet, die allerdings beispielsweise nicht zu Pornodarstellern oder Swingerliebhabern passen, da in solchen Szenen eine exhibitionistische Ader ausdrücklich erwünscht ist.
Unabhängig von bestimmten Szenen zeigen sich die Verhaltensweisen eines Exhibitionisten eher als belastend. Dies gilt sowohl für den Paraphilen selbst als auch die Person oder Personen, die belästigt oder auch geängstigt werden. Es kann mehr als unangenehm sein, wenn entweder urplötzlich ein Mann seinen Penis zeigt oder sich auch öffentlich masturbiert. Für den Betroffenen selbst zeigt sich oft eine geistige Abhängigkeit in dem Akt des sich Entblößens, da viele Männer nur noch durch das Erschrecken und Schockieren anderer zum Orgasmus gelangen können. Drehen sich dann dessen Gedanken nur noch um das Finden eines neuen „Opfers", lässt sich durchaus von einer krankhaften Störung oder Abhängigkeit sprechen.
Je nach Ausprägung und Auslebung dieser sexuellen Präferenz kann eine Therapie ein hilfreiches Mittel darstellen den exhibitionistischen Hang einzugrenzen oder auch zu „heilen". Die wenigsten Exhibitionisten gehen allerdings freiwillig in eine Therapie. Werden sie jedoch durch eine Anzeige vor Gericht gebracht, wird oftmals eine richterlich angeordnete Therapie verhängt. Ob eine Therapie erfolgreich verläuft und die exhibitionistische Ader zum Versiegen gebracht wird, hängt von vielen Faktoren ab, sodass man hier keine allgemeingültigen Prognosen aussprechen kann.