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Fetischismus

Als Fetisch kann jeder Gegenstand oder jedes Material, sowie ein bestimmter Körperteil des Sexualpartners fungieren...

Der Begriff Fetischismus entspringt mehreren Sprachen, so beispielsweise dem reinen Ursprung nach aus dem Lateinischen facticius was soviel wie nachgemacht bedeutet, sowie aus dem Französischen und Portugiesischen fètiche und feitico und in ihrer Bedeutung einen Zauber oder auch ein Zaubermittel darstellen.

Tatsächlich fast wie verzaubert scheinen die Fetischisten zu sein, wenn es darum geht einen oder mehrere Gegenstände, Körperteile oder auch bestimmte Materialien für ihre sexuellen Spiele und Erregung einzusetzen. Je nach Ausprägung des Fetischismus spricht man von einer harmlosen Vorliebe bis hin zu einer Paraphilie, also eine von der Norm abweichende sexuelle Präferenz, die durchaus krankhafte Züge beinhalten kann.

Der Fetischismus ist an sich recht schwierig aufzuschlüsseln, da die Übergänge von einem Hang zu einer Sucht oft fließend sind und manchmal kaum differenziert werden können. Ein Umstand, der auch dadurch erschwert wird, dass oft ein vorhandener Fetischismus kaum öffentlich wird bzw. für Außenstehende als solcher überhaupt nicht erkannt wird. So kann zum Beispiel ein Mann mit dem Fetisch Strumpfhosen schon in der Bahn, Bus oder auf der Straße regelrecht sexuell elektrisiert sein und dadurch eine Erregung bis zum Orgasmus erlangen ohne dass es jemandem auffallen würde. Abhängig natürlich von der Vorgehensweise des jeweiligen Fetischisten.

Als Fetisch kann nahezu jeder Gegenstand oder jedes Material, sowie ein bestimmter Körperteil des Sexualpartners fungieren. Am meisten jedoch finden sich unter den Fetischen Schuhe, Strümpfe, Strumpfhosen, Reizwäsche an sich oder auch getragene Höschen, Röcke und ähnliches. Auch bei den Materialien steht als möglicher Fetisch eine große Bandbreite parat: Lack, Leder, Gummi oder Seide sind hierbei nur einige der möglichen erregenden Fetische eines Fetischisten. Interessant in diesem Zusammenhang: Typische Sexspielzeuge, wie etwa Dildos oder Vibratoren werden in der Regel nicht als Fetisch angesehen.

Krankhaft oder nicht, diese Klassifizierung kommt aufgrund der „Abhängigkeit" des Fetischisten zum Tragen. Wird der Fetisch lediglich als Stimulant betrachtet, kann man noch nicht von einer krankhaften Störung sprechen. Anders sieht die Sachlage dann aus, wenn der Fetischist ohne seinen Fetisch weder sexuell erregt wird noch zu einer schlussendlichen sexuellen Befriedung gelangen kann und womöglich einen Partner nur noch als Mittel zum Zweck betrachtet.

Wie ein Fetischismus entstehen kann, ist bisher nicht geklärt. Vermutungen liegen zum Beispiel darin, dass ein junger Mensch durch eine Prägung zum Fetischisten wird. Andere Thesen berufen sich auf einschneidende Erlebnisse im Erwachsenenalter oder auch auf eine genetisch bedingte Veranlagung. Theorien, die, wie bereits erwähnt, nicht wissenschaftlich belegt sind.

Ob und inwieweit ein Fetischist therapiebedürftig ist, hängt im Wesentlichen mit der Ausprägung zusammen. Fühlt sich der Fetischist wohl und nicht „anhängig", dann ist in der Regel auch keine Therapie nötig. Anders sieht die Lage aus, wenn ein Leidensdruck entsteht oder auch der Fetisch im Leben die Oberhand übernimmt. Hier können unter anderem eine Verhaltenstherapie oder auch Medikamente dabei helfen für sich selbst wieder zu einem „normalen" Umgang mit Gegenständen und ähnliches zu kommen und dadurch ein unkompliziertes Sexualleben zurückzuerlangen.

 



Letzte Aktualisierung am 02.03.2009.

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