Frottage, das sich Reiben, entstammt dem Französischen und wird unter den Laien als auch den Experten als eine Normsprengende sexuelle Vorliebe angesehen. Die Frotteure selbst erleben ihren sexuellen Kick auf eine Art und Weise, die vielen „Opfern" nicht einmal auffällt. So findet der „Übergriff" beispielsweise in vollen Bussen, Zügen oder überfüllten Gebäuden statt, sodass es kaum auffällt, wenn eine fremde Person einem sehr nahe kommt.
Nur selten werden die Betroffenen dem Reiben des Geschlechtsteiles eines Frotteurs gegenüber aufmerksam, da diese eine bestimmte Technik entwickeln, wie man gänzlich unbemerkt den Penis am Bein, Hüfte oder andere gut erreichbare Körperstellen reiben kann. Bei diesem Vorgang entsteht bei dem Frotteur in der Regel eine Erektion, die sich durchaus in einer folgenden Ejakulation entladen kann.
Viele der Frotteure kommen nur noch durch die Frottage zu einem sexuellen Erregungszustand, weshalb hier von einer krankhaften Störung gesprochen werden kann. Die Betroffenen selbst sehe selten diese sexuelle Abhängigkeit in solch einer Praktik, weshalb kaum jemand den ersten Schritt zu einer Therapie unternimmt. Erfolgt jedoch eine Anzeige des so belästigten Opfers und finden die sexuellen Übergriffe mehrfach statt, kann es zu einem richterlichen Verfahren mit der Auflage der Therapie kommen.
Woher der Frotteurismus entspringt ist wie bei den meisten Paraphilien gänzlich unbekannt. Da es sich um eine überwiegend bei Männern auftretende sexuelle Störung handelt werden Vermutungen angestellt, die auf Erlebnisse in der Kindheit zurückführen oder auch durch ein einschneidendes Erlebnis durch einen Sexualpartner im Erwachsenenalter. Rein grundsätzlich muss solch eine Vorliebe nicht behandelt werden, es sei denn es kommt zu tätlichen Übergriffen oder der Frotteur selbst fühlt sich durch seine sexuelle Abhängigkeit stark belastet.