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Hypoxyphilie

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Die Hypoxyphilie wird in die SM-Szene eingeordnet...

Die Hypoxyphilie, auch als Asphyxie bekannt, ist eine der sexuellen Praktiken die zu den Paraphilien zählt und aus der SM-Szene entstammt. Sadismus und Masochismus (SM) wiederum sind zwar eigenständige Paraphilie, allerdings kann man die Hypoxyphilie, also die Selbststrangulierung mittels Gegenständen oder den bloßen Händen nicht gänzlich abtrennen.

Die Hypoxyphilie ist eine Praktik, welche zu einer der häufigsten Todesursachen in der SM-Szene zählt und zur Steigerung der Lust angewendet wird. Das menschliche Gehirn ist für einen Sauerstoffmangel sehr anfällig und kann durch eine kurzfristige Unterbrechung der Sauerstoffzufuhr zu einem „highen" Gefühl führen. Wird jedoch der Punkt der Sauerstoffnot überschritten oder auch der Hals zu sehr stranguliert, kommt es nicht nur zu Schädigungen im Gehirn, sondern vielfach zu Verletzungen mit tödlichem Ausgang.

In der Praktik selbst wird durch den Druck der Hände oder auch unter der Verwendung von Tüchern oder Seilen die Luftzufuhr unterbunden. Hierbei soll ein wahrer Kick entstehen, der die sexuellen Gefühle oder auch den Orgasmus in ungeahnte Höhen treiben soll. Menschen mit dem Hang zur Hypoxyphilie sind oftmals Frauen, was angesichts der überwiegenden Mehrheit von Männern mit Paraphilien doch ungewöhnlich ist.

Auf den ersten Blick, denn betrachtet man diese sexuelle Präferenz etwas näher, kann man sehr gut erkennen, dass es wiederum eine fast typisch weibliche Eigenart der sexuellen Unterwerfung ist. Masochismus in Reinform findet sich bei den Anhängern der Hypoxyphilie, da viele sich selbst strangulieren auch und gerade während des Geschlechtsverkehrs mit einem Partner.

Auch wenn die von dieser Paraphilie betroffenen Personen in der Regel die Strangulierung selber an sich vornehmen, endet diese Praktik oft im Tod. Ein Ereignis, dass besonders in der SM-Szene für kurze Schrecksekunden sorgt, der weiteren Durchführung bei anderen Personen allerdings keinen Abbruch tut.

Woher dieser Hang und Abhängigkeit der Hypoxyphilie ihren Ursprung findet ist noch nicht bekannt. Experten und Ärzte können auch hier nur Vermutungen anstellen, die sich wie sooft in der Annahme manifestieren, dass prägende Ereignisse in einem bestimmten Lebensabschnitt für die Sucht nach einem sexuellen Kick durch ein Erstickungsgefühl für die Entstehung verantwortlich sind.

Rechtlich ist die Hypoxyphilie eine zweischneidige Angelegenheit. Grundsätzlich gilt auch in der Sadomaso-Szene „was beiden gefällt, ist nicht verboten", doch kommt es zu gesundheitlichen Zwischenfällen, kann rasch der Begriff des Todschlags und ähnliche strafrechtlich zu verfolgenden Tatbestände fallen und durchaus zu einer Verurteilung führen. Dieses Szenario kommt natürlich nur dann in Betracht, wenn die Selbststrangulierung in der Verbindung zweier Menschen vorkommt. Die Hypoxyphilie im Rahmen der Masturbation allerdings wird gerade von unwissenden Laien als Selbstmord (-versuch) tituliert, wobei dieser nicht im Sinne des Hypoxyphilen liegt.

Selten werden von Seitens des Betroffenen Versuche zur Therapie gestartet, da es sich bei dieser Paraphilie einerseits um ein Tabuthema handelt und anderseits kaum ein Betroffener auf seinen sexuellen Reiz verzichten möchte. Wird der Leidensdruck aus unterschiedlichen Gründen doch zu groß, dann kann man mittels einer Therapie versuchen dieser sehr speziellen Leidenschaft entgegen zu treten. Ob und inwieweit eine „Heilung" stattfinden kann, ist von zahlreichen Faktoren abhängig, weshalb es keinerlei fixe Statistiken über den Behandlungserfolg gibt.



Letzte Aktualisierung am 29.07.2015.
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