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Kleptophilie

Die Kleptophilie beschreibt die entstehende Erregung beim Klauen...

Die Kleptophilie, nicht zu verwechseln mit der Kleptomanie, setzt sich aus den Worten klep stehlen und philia Freundschaft oder Liebe zusammen und bezeichnet eine sexuelle Vorliebe, die sich auf gestohlene Gegenstände bezieht. Während die Kleptomanie die krankhafte Sucht nach dem Stehlen bezeichnet, zeigt sich die Kleptophilie eher darin, dass nicht um des Klauenswillen der Diebstahl begangen wird, sondern durch die dadurch entstehende Erregung bis hin zum Orgasmus.

Kleptophile finden je nach Ausprägung dieser sexuellen Präferenz unterschiedliche Objekte der Begierde, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Der richtige sexuelle Kick wird bei manchen Menschen mit dieser Neigung erst dann richtig erreicht, wenn sie beispielsweise ein Auto stehlen und anschließend in diesem Sex haben. Doch die gestohlenen Gegenstände müssen nicht immer gleich in dieser Größenordung sein. Oft genügen schon ein Kugelschreiber damit diese sexuelle Erregung zustande kommen kann. Unterschiede finden sich zudem in dem Stehlen gleichartiger Waren, wie etwa Unterwäsche oder auch Pelze, sowie scheinbar wahllose Produkte. Ersteres kann allerdings nicht nur ein Zeichen der Kleptophilie darstellen, sondern auch einen damit einhergehenden Fetischismus. Eine klare Abgrenzung zwischen diesen Paraphilien ist deshalb manchmal mehr als schwierig.

Auch das eigentliche Ausleben der Kleptophilie hat verschiedene Gesichter. So bekommen viele Betroffene schon beim Griff nach dem zu stehlenden Gegenstand eine Erektion oder auch einen Orgasmus. Andere dagegen ziehen sich mit dem Objekt in eine ruhige Zone oder auch in ihr Zuhause zurück und nützen das Diebesgut als „Vorlage" oder Hilfsmittel während der Masturbation. So verschiedenartig die Menschen sind, so zeigt sich auch die Kleptophilie in ihrer Ausprägung.

Rein grundsätzlich zählt diese Paraphilie noch zu einer der am meisten akzeptierten sexuellen Präferenzen, auch wenn die Allgemeinheit das Stehlen an sich natürlich nicht akzeptiert. Eine der wichtigsten Aspekte, weshalb Kleptophile nicht extrem ausgegrenzt werden, liegt mit daran, dass normalerweise keine Mensch zu Schaden kommen und der Betroffene sich lediglich mit dem Gegenstand vergnügt. Ungewöhnlich ja, aber nicht verwerflich. Ähnlich sieht es auch die Justiz. So wird selbstverständlich der Diebstahl geahndet, allerdings nicht die sexuelle Vorliebe an sich. Unter Umständen kann dem „Überführten" jedoch eine Therapie auferlegt werden, die in vielen Fällen aber keinen Erfolg bringt.

Der Kleptophile selbst wird nur in Ausnahmefällen freiwillig eine Therapie durchführen, es sei denn, dass der persönliche Leidensdruck durch die Angst nach Entdeckung und Überführung so stark ist, dass das Leben gänzlich zu einer Belastung wird und demzufolge auch das Sexualleben, das ja für diese Paraphilie der ausschlaggebende Punkt ist.

Woher die Kleptophilie ihren Ursprung findet, ist nicht definitiv von den Experten festgelegt. Auch bei dieser Paraphilie bauen die meisten Thesen auf Mutmaßungen auf, die unter anderem dahin gehen, dass ein einschneidendes Erlebnis in der Kombination Stehlen und Erregung den Wunsch nach derselbigen Stimulanz immer wieder zum Diebstahl verführt. Die dabei erfahrenen sexuellen Gefühle sind zumeist so stark, dass sie selbst den Wunsch nach einem menschlichen Sexualpartner weit ins Abseits drängen. Hier ist dann das sprichwörtliche „das Objekt der Begierde" der Reiz und wird eben nur durch den verbotenen Kitzel des Diebstahls erzielt.

 



Letzte Aktualisierung am 02.03.2009.

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