Koprophil veranlagte Menschen erregen sich an dem Anblick des austretenden Kots ebenso stark als auch an dem sich selbst oder den Sexualpartner beschmieren. Manche Koprophile begnügen sich mit dieser Praktik als ergänzendes Erregungsmittel, andere wiederum können nur durch die Spielereien mit dem Kot zu einem Orgasmus bzw. als Mann zu einer Erektion gelangen. Oft ist die Koprophilie auch ein Bestandteil der SM-Szene und als eine der Tabureichsten Paraphilien zugleich ein hervorragender Markt für die Pornofilmindustrie.
In der Szene der Koprophilen wird der Kot übrigens mit relativ harmlosen Begriffen tituliert zu denen beispielsweise Schokolade, Nutella oder auch Nougat zählen. Durch diese Begriffswahl, die fast schon als Codes dienen, können sich die Liebhaber dieser sexuellen Praktik selbst in der Öffentlichkeit unterhalten und als „Paar" sich mit den Worten schon die ersten erregenden Impulse verschaffen. Ein Vorgang, der von der Öffentlichkeit gänzlich unbemerkt vonstatten geht, denn Millionen von Menschen lieben Schokolade, auch wenn die wenigsten davon begeistert wären, wenn sie wüssten um welche „Schokolade" es sich handelt.
Strafrechtlich stellt die Koprophilie keinen Tatbestand dar, da es sich um eine sexuelle Vorliebe handelt bei der keiner geschädigt wird. Gesellschaftlich natürlich ist diese sexuelle Obsession alles andere als „normal" und wird dementsprechend abgelehnt, weshalb ein Koprophiler kaum offen aussprechen würde, dass er den Anblick von Kot als sehr erregend empfindet.
Therapeutische Maßnahmen werden kaum wahrgenommen, da sich die Koprophilen als nicht krank betrachten. Kommt der Wunsch nach einer Therapie auf, dann zumeist weil sich die Betroffenen selbst als „Unnormal" ansehen und durch ihre „Abhängigkeit" seelisch belastet sind. Ein Umstand, der durchaus dann eintreten kann, wenn sich die Koprophilie zu einer Koprophagie entwickelt, die als Obsession das Essen der Fäkalien beinhaltet.
Wodurch eine Koprophilie entstehen kann, ist zahlreichen Ärzten und Wissenschaftlern nach wie vor ein Rätsel. Vermutungen gehen in die Richtung, dass aus den prägenden ersten Kinderjahren dieser Hang seine Entwicklung genommen hat. Betrachtet man sich das Umgehen mit dem Thema Kot und Sauberwerden in den ersten drei Kindheitsjahren, dann ist es durchaus nachvollziehbar, dass diese Vorliebe aus dem ständigen „Pfui und eklig", sowie dem Schimpfen der Eltern bei dem Versuch mit dem Kot zu spielen, entspringen kann.