Die Kynophilie ist einer der Paraphilien, die sich als eine Unterkategorie in die Zoophilie mit einreiht. Während sich bei der Zoophilie die sexuelle Neigung und Vorliebe auf alle möglichen Tierarten bezieht, zeigt sich bei der Kynophilie die Ausschließlichkeit in Bezug auf sexuelle Praktiken mit Hunden.
Als eine der ältesten Paraphilien überhaupt, lässt sich diese sexuelle Präferenz bis weit in die Anfänge der Entstehungsgeschichte des Hundes als domestiziertes Tier zurückverfolgen. Im alten Griechenland beispielsweise wurden die Götter dadurch geehrt, dass Menschen den gewaltsamen Sexualakt mit Tieren vollzogen. Auch im Alten Rom war es Gang und Gäbe Sex mit Tieren zu haben, denn es wurden sogar eigens Bordelle hierfür eingerichtet.
Heute jedoch gilt die Kynophilie als ein unter Experten kategorisiertes zweischneidiges Schwert. Einerseits kann diese Vorliebe als eine sehr intensive Liebe zum Tier ausgelegt werden, das oftmals als Partnerersatz gilt und anderseits als eine eindeutige Paraphilie. Letzteres besonders dann, wenn der Kynophile nur noch durch den Sex mit dem Hund in den Zustand der sexuellen Erregung und Befriedigung gelangen kann. Herkömmliche Partnerschaften sind bei einer derartigen Ausprägung kaum mehr möglich.
Aus therapeutischer Sicht ist eine Therapie solange nicht vonnöten, wie der Betroffene selbst mit dieser Vorliebe umgehen kann. Kynophile werden allerdings in der Regel nicht von selbst einen Therapeuten zu Rate ziehen, da sie zumeist keinerlei „Störung" bei sich sehen. Gesellschaftlich sind diese sexuellen Praktiken ebenso verpönt als auch von rechtlicher Seite verfolgt. So kann ein ertappter Betroffener mit zum Teil hohen Strafen rechnen, da die Kynophilie per Gesetz verboten ist. Ein Umstand, der den Betroffenen zu Stillschweigen veranlasst und man demzufolge keinerlei genauen Zahlen der Anhänger dieser Paraphilie statistisch belegen kann.
Begründungen für auslösende Aspekte der Kynophilie sind ebenso schwer zu finden wie bei den meisten Paraphilien. Partnerersatz scheint wohl einer der gängigsten Gründe zu sein, wenn man sexuelle Handlungen am oder durch den Hund vornimmt. Ob es sich um eine gestörte Psyche handelt oder doch eine Prägung aus einem bestimmten Lebensalter, ist demzufolge nicht eindeutig belegt.