Zur Paraphilie wird diese sexuelle Vorliebe jedoch erst dann, wenn der Betroffene keinerlei emotionale oder sexuelle Bindung mehr eingehen kann und in dem Objekt seiner Begierde als das sieht was ein Lebewesen auszeichnet. Welche Gegenstände als Begierdeobjekt fungieren kann, ist vollkommen unterschiedlich. Ob Maschinen, Musikinstrumente, Häuser oder auch Brücken ist zunächst unerheblich. Für den Objektophilen ist es meist „Liebe auf den ersten Blick" und wird dann zumeist über Jahre und Jahrzehnte auch nicht gegen einen anderen Gegenstand ausgetauscht.
In der Öffentlichkeit wird diese Paraphilie sehr oft ins Lächerliche gezogen, um dann gleich weiter zu gehen und den Objektophilen als „Gestörter" zu betiteln. Interessanterweise hat es ein Betroffener im Alltag relativ einfach seine Liebe (zumindest ohne sexuelle Handlungen) auszuleben, denn wenn es sich bei dem Gegenstand um ein Auto, PC oder auch Musikinstrument handelt, fällt diese „Liebe" anderen Menschen nicht auf oder wird allenfalls als ein Spleen betrachtet.
Therapien werden bei dieser Paraphilie kaum in Anspruch genommen, da sich die Betroffenen ja weder gestört noch krank fühlen, sondern auch ihrer Sicht „nur lieben". Da auch rechtlich nichts gegen die Objektophilie (übrigens eine Art ausgelebter Fetischismus), stellt eine therapeutische Maßnahme auch kein Thema dar. Ausnahmen bestätigen jedoch auch hier die Regeln und zwar dann, wenn sich der Objektophile selbst als belastet sieht.
Woher diese Paraphilie ihren Ursprung finden kann, ist wissenschaftlich nicht belegt. Ebenso wenig gibt es genauere Zahlen über die Anhänger dieser sexuellen Neigung. Thesen gehen dahin, dass sich die (sexuelle) Liebe zu Gegenständen in der Kindheit oder Pubertät entwickelt, doch wie bereits erwähnt gibt es kaum Belege, geschweige Studien, zu der Objektophilie.