Gerüche, die anderen Menschen regelrecht zuwider sind, sind gerade für einen mysophil veranlagten Menschen das Größte und wird deshalb ständig gesucht, um damit entweder in den Zustand der sexuellen Erregung oder auch zu einem Orgasmus zu gelangen. Auf der Liste der mysophil beliebten Utensilien stehen die getragene Unterwäsche oder auch Socken, die ihren Reiz durch den besonderen miefigen oder sexuell geprägten Duft beinhalten. Daneben gibt es jedoch zahlreiche weitere Formen der Mysophilie, wie etwa nur durch den Sexualakt auf einer Toilette zur sexuellen Lust und Befriedigung zu kommen.
Einige Varianten der Mysophilie fand schon Napoleon oder auch Johann Wolfgang von Goethe sehr reizvoll: Herr Goethe wurde zum Dieb eines getragenen Mieders und vertiefte seine Nase darin und Napoleon fand es mehr als erregend, wenn sich Josèphine im Geschlechtsbereich nicht mehr wusch und ihn so empfang. Alte Vorlieben, die heute je nach Ausprägung als eine gestörte sexuelle Präferenz durchaus zu den Paraphilien gezählt und nach Ansicht mancher Experten als behandlungsbedürftig betrachtet werden.
Moderne Formen der Mysophilie, die gleichzeitig einen Fetischismus beinhaltet, zeigt sich darin, dass sich bestimmte Sexshops auf den Verkauf getragener Unterwäsche oder Nylonstrümpfe spezialisiert haben und diese weltweit versenden. Diese Variante wird besonders von Mysophilien genützt die entweder keinen Partner haben oder auch, wenn der Partner sich von dieser sexuellen Vorliebe angewidert zeigt und demzufolge nicht mit machen möchte.
Aus therapeutischer Sicht wird die Mysophilie nur selten als behandlungsbedürftig angesehen. Als eine außergewöhnliche Praktik sind in der Durchführung zwar gewisse Abhängigkeiten enthalten, doch solange der Mysophile nicht ausschließlich und gänzlich nur noch durch die getragenen Slips und ähnliches zur Erregung und Befriedigung gelangen kann, besteht auch kein Handlungsbedarf. Anders sieht die Sachlage aus, wenn sich die Mysophilie auch in rechtlichen schwierigen Fahrwassern bewegt, weil der Mysophile Wäsche stiehlt oder Sex unter Zwang einfordert. Je nach Vorgehensweise kann es durchaus zu rechtlichen Folgen kommen.
Selbst sich in eine Therapie begeben, wird nur dann ein mysophil veranlagter Mensch tun, wenn er unter seiner sexuellen gestörten Präferenz zu leiden beginnt. Sollten sich die Gedanken auch im Alltag nur noch um die Beschaffung des Fetisch drehen und es zu beruflichen oder partnerschaftlichen Schwierigkeiten, dann suchen durchaus die einen oder anderen Betroffenen bei einem Therapeuten eine Hilfe zur Regulierung der Mysophilie.