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Sadismus

Sexuelle Erregung durch Ausübung von Macht...

Der Sadismus stellt den Gegenpart zum Masochismus dar und beschäftigt sich mit der sexuellen Vorliebe mittels Gewaltausübung sich selbst oder auch andere Personen in einen erregten Zustand bis hin zur orgastischen Befriedung zu führen. Der Begriff Sadismus leitet sich von dem berühmt-berüchtigten Marquise de Sade ab, der durch seine ausschweifenden sexuellen und stark sadistisch geprägten Handlungen schon um 1760 verfolgt, aber auch geliebt wurde.


Heute wird der Sadismus nicht mehr generell als eine sexuell gestörte Präferenz, und somit als Paraphilie, eingestuft, wobei die Praktiken an sich in der Gesellschaft in der Regel als „pervers" eingestuft werden. Diese Titulierung jedoch muss man mit Vorsicht anbringen, denn solange die Beteiligten einvernehmlich durch das Zufügen und Empfangen von Schmerz einverstanden sind, wird selbst in der Psychiatrie nicht von Perversitäten gesprochen.

Der Sadismus zeigt sich zudem in unterschiedlichen Formen, die entweder nur auf der verbalen Ebene stattfinden oder dann auch im körperlichen. Beide Varianten fließen oft ineinander über, da gerade auch das Demütigen einen hohen Inhalt der sadistischen Handlungen darstellt. Macht ausüben, der Stärkere sein und damit auch bestimmen was der andere tun und fühlen soll, sind Aspekte die mit dem ausgelebten Sadismus konform gehen. Neben den menschlichen sadistischen Spielen, wird der Sadismus auch an Tieren praktiziert, dem aber an dieser Stelle nicht zu viel Aufmerksamkeit gewidmet werden soll, da es sich nicht um eine Paraphilie handelt.

Menschen mit dem Hang zum Sadismus sind in ihrem Tun sehr erfinderisch. Handelt es sich um eine „gelebte und gewollte sexuelle Beziehung", dann werden neben Bondage besonders mit allen möglichen Gegenständen Schmerzen zugefügt. Schmerzen, die bei dem masochistisch Veranlagten Gegenpart wiederum die gleichen Erregungszustände auslösen wie bei dem Sadisten selbst. Mag es auch eine sehr ungewöhnliche Art der sexuellen Stimulans und Befriedung sein, so ist allerdings nicht zwingend die krankhafte psychische Störung als Einstufung notwendig.

Therapeutische Hilfe wird kaum von einem sadistisch veranlagten Menschen eingeholt, es sei denn, dass die Vorliebe sich zu einer Sucht entwickelt, die kaum mehr einen klaren Gedanken zulässt und demzufolge die „Macht" über das eigene Leben und Tun übernimmt. Langwierig und nicht sehr erfolgreich zeigt sich eine mögliche Therapie, die oftmals auch per gerichtlichen Beschluss erlassen wird, nämlich dann, wenn der Sadismus Opfer im wahrsten Sinne des Wortes davon trägt. Kaum eine andere sexuelle Spielart birgt so große Gefahren schwere Verletzungen oder auch den Tod mit sich zu bringen wie der exzessiv ausübte Sadismus.

Welche Auslöser diese Paraphilie hat, ist schwer nachzuvollziehen. Begründet wird der Sadismus oftmals mit genetischen Veranlagungen oder auch einschneidende Erlebnisse in der Kindheit oder im Erwachsenenalter. Besonders auffällig ist, dass viele Sadisten im Alltag eine scheinbar unterdrückte Rolle in der Gesellschaft einnehmen. Eine Rolle, die dann durchaus zu sadistischen Vorlieben führen kann, denn genau bei dieser Macht- und Schmerzausübung stellt sich die im Alltag nicht ausgelebte „Stärke" sehr deutlich hervor.



Letzte Aktualisierung am 10.03.2009.

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