Das Ausleben der Scoptophilie erfolgt allerdings nicht nur durch das Ansehen einschlägiger Filme, sondern auch und gerade in einem direkten Vis-a-vis mit Personen, die gerade den Geschlechtsakt ausführen. Viele Scoptophile suchen sich Paare, die selbst ein Interesse daran haben, wenn ihnen eine andere Person beim Sex zusieht und sich in der Regel auch selbst befriedigt. Mitmachen in einem Dreierspiel wird von den meisten Scoptophilen abgelehnt, da sich der Reiz und damit die Erregung nur aus der Sicht des Zuschauers ergibt.
Grundsätzlich liegt die Veranlagung und damit die Vorliebe der Scoptophilie bei fast allen Menschen zumindest latent im Inneren. Zugeben werden es jedoch die wenigsten, dass sie sich durch den Anblick von zwei oder mehreren Personen während des Sexualaktes erregt werden. Als einer der am meisten praktizierten Fantasiespiele zeigt sich die Scoptophilie fast schon wieder als normale sexuelle Präferenz.
Krankhafte Störungen aus diesem Hang ergeben sich allerdings dann, wenn man nur und damit ausschließlich zu einem Zustand der Erregung und der damit einhergehenden Befriedigung gelangen kann, wenn man anderen Menschen beim Beischlaf zusehen kann. Auch das gezielte Suchen außerhalb der privaten Räumlichkeiten und entsprechenden Etablissements nach dem Objekt seiner Begierde, kann krankhafte und fast suchtartige Anwandlungen mit sich bringen. Hier findet dann der explizite Voyeurismus seinen Weg, der die Betroffenen in einen zusätzlichen Erregungszustand und oft genug mit dem Gesetz in Konflikt bringt.
Rechtlich ist die Scoptophilie zunächst überhaupt nicht von Interesse, zumindest solange, wie die beobachteten Pärchen damit einverstanden sind. Anders verhält es sich natürlich, wenn es für das Zusehen keinerlei Zustimmung gibt. Wird der Scoptophile erwischt, folgt oftmals eine Anklage, die ja nach Häufigkeit massive Strafen und auch eine Therapie mit sich bringt. Eine Therapie, die von den meisten Liebhabern dieser Praktik als nicht notwendig betrachtet wird und demzufolge nicht nur sehr schwer zu therapieren ist, sondern in der Regel auch nicht gerade erfolgreiche Therapieabschlüsse zulässt.
Hinsichtlich der Ursachen und Auslöser dieser sexuellen Vorliebe, gibt es keine gefestigten Belege. Mögliche Hintergründe könnten prägende Erlebnisse aus der Kinder- und Jugendzeit sein, sowie gemachte Erfahrungen als Erwachsener, die unterschiedliche Komponenten enthalten haben. Der Hauch des Verbotenen oder auch die Gefahr des Erwischtwerdens sind beispielsweise auslösende Elemente, die die Scoptophilie zum Ausleben bringen können, besonders dann, wenn der Betroffene sich seine anregenden Erlebnisse scheinbar unbeobachtet einholt.