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Sitophilie

Die sexuelle Vorliebe, Lebensmittel in die sexuellen Handlungen mit reinzubringen...

Die Sitophilie entstammt dem Griechischen sitos Weizen und philie oder philia der Liebe und Freundschaft und wird mitunter in den Bereich der Paraphilien eingereiht. Geht man nach der direkten Übersetzung scheint es sich um die Vorliebe von Weizen zu handeln. Doch bei der Sitophilie handelt es sich um die sexuelle Vorliebe unterschiedliche Lebensmittel in die sexuellen Handlungen mit einzubringen.

In der Durchführung selbst gibt es Varianten die lediglich als eine ergänzende erotisierende Spielart in der Zweierbeziehung in Erscheinung tritt, gefolgt als reines sexuelles Stimulans oder in der ausgeprägtesten Form als richtige Paraphilie.


Viele Paare nützen manche Lebensmittel, wie etwa Schokolade, Sahne, Erdbeeren oder auch andere Früchte, um den Erotikfaktor in der Beziehung zu erhöhen. Hier kann man allerdings nicht von einer Paraphilie sprechen, da sich daraus keine Ausschließlichkeit ergibt. Anders sieht es jedoch aus, wenn die Sitophilie nur noch als sexuelles Stimulationsmittel betrachtet wird, einen möglichen Partner ersetzt und man nur noch durch den Einsatz von Lebensmittel zum Orgasmus gelangen kann. Gegenüber den neckischen Spielereien mit Erdbeeren, kommen bei dieser Variante der Sitophile eher Phallusähnliche Nahrungsmittel in den Einsatz. Salatgurken, Karotten, Zucchini oder auch Bananen sind hier die Favoriten, da sie durchaus durch ihre Form und auch Festigkeit einen Dildo ersetzen können.

Gesellschaftlich wird der Genuss dieser Lebensmittel zwar probagandiert, doch nicht im Sinne der Sexualität. Offenbart ein Sitophiler seine Vorliebe, was gewiss nicht oft der Fall sein wird, wird dieser Hang schnell ins Lächerliche gezogen. Ein Umstand, der er für den sitophil veranlagten Menschen (eine der wenigen Paraphilien die überwiegend Frauen betrifft) schwer macht sich zu outen. Aus rechtlicher Sicht spricht nichts gegen das Ausleben der Sitophilie, da es sich oft um eine Art der persönlichen Masturbation handelt bei der ein Zweiter oder Dritter nicht zu Schaden kommt. Die Sachlage ändert sich jedoch dann, wenn ein anderer Mensch gezwungen wird an den „Spielen" mit den Lebensmittel teilzunehmen.

Therapiebedürftig sind die wenigsten Anhänger dieser Sexualpräferenz, es sei denn sie fühlen sich selbst derart belastet, weil sie keine normale Beziehung mit einem „herkömmlichen" Sexleben führen können. Allerdings kommt es kaum vor, dass Sitophile eine Therapie als nötig ansehen.

Begibt man sich auf die Forschung nach den Auslösern dieser sexuellen (gestörten) Präferenz, wird man nicht viele wissenschaftliche Belege finden. Auslöser können eine bestehende Einsamkeit sein, Erlebnisse in einer bestimmten Lebensphase oder auch prägende Erlebnisse mit einem ganz bestimmten Sexpartner. Wie bei den meisten Paraphilien bleibt deshalb die Antwort nach der Ursache der Sitophilie etwas im Dunkeln.



Letzte Aktualisierung am 09.03.2009.

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