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Somnophilie

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Somnophilie ist die Vorliebe schlafende Menschen zu beobachten und sich sexuell daran zu erregen...

Die Somnophilie ist eine etwas zwiespältige sexuelle Vorliebe, die sowohl zu einer Paraphilie als auch zu einem rechtlich umstrittenen Ausleben der persönlichen sexuellen Fantasien und körperlichen Bedürfnisse gezählt werden kann. Schlüsselt man den Begriff Somnophilie auf, dann kann man recht schnell diese Paraphilie herausfinden. Somnia Schlafen und philie Freundschaft oder Liebe betiteln in dem Zusammenhang mit einer sexuellen Prägung die Vorliebe schlafende zu beobachten und sich sexuell daran zu erregen oder auch zu befriedigen.


Bei der Somnophilie gibt es allerdings durchaus Unterschiede in der Auslebung. Der Reiz schlafende Menschen zu beobachten, seinen Fantasien dabei freien Lauf zu geben und nebenbei zu masturbieren, ist eine der möglichen Handlungen, um seinen Hang auszuleben. Eine andere Form findet sich dagegen, wenn der Somnophile bei der schlafenden Person (hier sind in der Regel die Frauen die „Opfer) eindringt und gänzlich unbemerkt den Beischlaf ausübt. Eine seltene Variante, da die meisten Menschen selten einen solchen Tiefschlaf haben, dass sie entsprechende Manipulationen an den Geschlechtsteilen mit der Hand oder auch das Eindringen des Penis nicht bemerken. Doch gerade unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen eine durchaus praktikable Angelegenheit für den somnophil veranlagten Menschen.

Die Lust bei der Somnophilie wird daran gefunden, dass der Schlafende einerseits nichts mitbekommt oder auch von dem „Täter" derart stimuliert wird, dass sich die sexuell einstellenden Gefühle bis in den Traum ausbreiten. Tatsächlich gibt es immer wieder Fälle bei denen die „vergewaltigten" Sexualpartner morgens erwachen und das Gefühl hatten einen äußerst intensiven Traum gehabt zu haben. Nur selten werden sie erfahren, dass es sich hierbei nicht im einen Traum gehandelt hat, sondern ein sexueller Übergriff seitens des Partners diese unterbewussten Gefühle verursacht hat.

Rechtlich wird ein somnophil veranlagter Mensch solange nicht zur Rechenschaft gezogen, wie das „Opfer" die sexuellen Handlungen duldet oder auch durchaus will. Auch bei dieser Paraphilie gilt wie bei den meisten wo kein Kläger kein Richter. Anders verhält sich die Sachlage, wenn der Somnophile gegen den wissentlichen Willen des Partners sexuelle Handlungen vornimmt und dieser sich dadurch vergewaltigt fühlt. Als mögliche Folge kann sich damit eine deftige Anklage ergeben, die zu unterschiedlichen Strafen führen kann. Wiederholt sich der Vorfall in irgendeiner Form, wird mitunter auch eine Therapie angeordnet, die allerdings in der Regel kaum einen fruchtbaren Erfolg bringt.

Die Somnophilen selbst sehen sich weder als „sexuell gestört" noch als Triebtäter an und suchen demzufolge auch keine Hilfe in einer Therapie. Ausnahmen bestätigen jedoch auch bei dieser sich entwickelnden Paraphilie dann, wenn nur noch und ausschließlich die sexuelle Erregung und die daraus resultierende Befriedung durch das Betrachten oder Anfassen einer schlafenden Person möglich ist und sich auch die Gedanken nur noch um „das Eine" kreisen.

Woher die Somnophilie ihren Anfang findet, ist auch von Psychiatrischer Seite nicht geklärt. Thesen drehen sich um mögliche Erlebnisse in der Kindheit oder Jugend, doch auch ein spielerisches Austesten unter scheinbar „normalen" Paaren kann in der Folge zu dieser eigenwilligen und rechtlich heiklen Paraphilie führen.



Letzte Aktualisierung am 29.07.2015.
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