Generell den Triolismus als Paraphilie zu titulieren ist insofern nicht korrekt, weil eine Paraphilie sich zunächst dadurch auszeichnet, dass die Erregung und auch die Befriedung nur und ausschließlich durch eine bestimmte sexuelle Handlung eintritt. Der Triolismus aus dem Blickwinkel ohne eine Wertigkeit betrachtet, zählt bei sehr vielen Menschen zur liebsten Fantasie, wenn es um Sex geht. Ob zwei Frauen und ein Mann oder auch zwei Männer und eine Frau (die am meisten praktizierte Form beim so genannten Dreier), der Reiz bleibt zumeist in gleicher Höhe bestehen.
So finden sich im Triolismus gleich mehrere Elemente der Paraphilien beziehungsweise sexuellen Vorlieben, die jedoch recht variabel unter den einzelnen Beteiligten auftreten können. Hierzu lassen sich der Voyeurismus, der Exhibitionismus, der Masochismus oder auch zu einem gewissen Anteil der Sadismus feststellen. Auch die Paraphilie mit der Bezeichnung Scotophilie (dem Betrachten anderer bei ihren sexuellen Handlungen) ist bei dem Triolismus-Liebhaber involviert.
Unterschiedlich ist auch die Ausführung des im Volksmund mit „ein flotter Dreier" bezeichneten Triolismus. Mal sind nur zwei Partner aktiv und einer sieht zu, dann wiederum vergnügen sich alle drei Beteiligte. In der Konstellation dieses Dreiergefüges zeigt sich allerdings oft die Zusammenstellung von einem Mann und zwei Frauen, da die wenigsten Männer latente homosexuelle Gefühle haben und diese bei einem Dreier mit zwei Männern und einer Frau durchaus gefragt sein könnten. Ein Umstand, der den meisten Männern eher unangenehm ist, wobei bei manchen Männer der Kick auch erst ausgelöst wird, wenn sie wissen, dass der andere Mann die Frau vor ihnen penetriert hat. Ein Relikt, dass durchaus bis weit in die Evolution zurückverfolgt werden kann und ein gewisses „Revierrecht" beinhaltet.
Der Triolismus als Paraphilie entwickelt sich jedoch dann, wenn eine Person nur noch durch den sexuellen Kontakt mit mehreren Person zur sexuellen Erfüllung kommen kann. Entsteht dieser exzessive Hang, belastet das nicht nur eine mögliche bestehende Partnerschaft, sondern nimmt bei den Gedankengängen des Triolisten eine übergeordnete Rolle ein. In der Regel ist eine therapeutische Maßnahme weder erwünscht noch nötig, es sei denn der Betroffene fühlt sich seelisch durch seine sexuelle Präferenz belastet. Rechtlich stellt der Triolismus solange kein Interesse dar, wie sich die Partner untereinander für diese sexuelle Praktik freiwillig entscheiden und demzufolge keinerlei Zwänge oder Gewalt ausgeübt wird.
Die Entstehung dieser Vorliebe oder auch Paraphilie findet sich zumeist bei prägenden Erlebnisse, die in einem unterschiedlichen Lebensalter aufgetreten sind und aufgrund der positiven Erfahrungen immer wieder „zurückgeholt" werden wollen. Eine genaue Definition der Ursache gibt es allerdings auch unter Experten nicht.