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Voyeurismus

Die Lust am Beobachten...

Der Begriff Voyeurismus entstammt der französischen Sprache und bedeutet grob übersetzt sehen oder Seher und offenbart bereits durch diese Übersetzung welche Paraphilie sich hinter diesem Wort versteckt. Sehen, beobachten und durch das Betrachten andere in einem nackten Zustand oder während des Sexualverkehrs führt bei dem Voyeur zu einem Zustand der sexuellen Erregung und schlussendlich auch zur Befriedigung der sexuellen Triebe.


Als Gegenpart zum Exhibitionismus, dem sich selbst nackt präsentieren und zeigen, lässt sich der Voyeurismus nicht zwingend in die Reihe der Paraphilien einreihen. Die Lust am Sehen und Beobachten steckt in fast allen Menschen, eine Tatsache die sich unschwer nachvollziehen lässt, wenn man einmal betrachtet (!) wie Menschen sich in bestimmten Situationen verhalten. Eine nackte Brust etwa an einem Strand wird oftmals unverhohlen ständig angesehen. Oder beim abendlichen Spaziergang sieht jemand plötzlich eine Person beim Ausziehen, und gewiss werden die wenigsten Menschen schamvoll den Blick zur Seite drehen. Auch das heimliche Betrachten des Partners beim Duschen oder Umziehen kann man problemlos als einen voyeuristischen Touch bezeichnen. Demzufolge müsste man zahlreiche Menschen als Voyeure betiteln, die jedoch diese Titulierung weit von sich weisen würden.

Anders verhält es sich allerdings, wenn ein Voyeur regelrecht auf der Suche nach unwissenden „Opfern" ist und nur dadurch überhaupt in eine Erregung gelangen kann. Hier beruht die Einstufung als Paraphilie auf der Ausschließlichkeit der Handlung und kann durchaus einen krankhaften Zug annehmen. Dieser zeigt sich dann unter anderem durch nächtliche Streifzüge durch die Straßen, in der Hoffnung jemanden beim Ausziehen oder auch Geschlechtsverkehr beobachten zu können. Eine weitere Variante besteht dagegen darin als heimlicher Beobachten den (abgesprochenen) sexuellen Handlungen der Partnerin zuzusehen. Wie man unschwer erkennen kann, ist der Voyeurismus in seiner Ausführung recht vielseitig und deshalb kaum in ein vorgefertigtes Schema einzureihen.

Rein rechtlich stellt auch der Voyeurismus als Paraphilie zunächst kein Thema dar, allerdings änderst sich das, wenn jemand sich dadurch belästigt und sexuell genötigt sieht. Therapeutische Maßnahmen können dann eine der richterlich angeordneten Folgen des exzessiv ausgelebten Voyeurismus sein. Inwieweit eine Therapie zum Erfolg führt, ist nicht belegt und kann durchaus keinerlei Änderung herbeiführen.

Über die Entstehung dieser sexuellen (gestörten) Präferenz gibt es kaum belegte wissenschaftliche Theorien. Möglich sind als Ursachen Erfahrungen im Kindes- oder Jugendalter als auch durch bestimmte Erlebnisse als Erwachsener. Wie bei den meisten Paraphilien bleibt demzufolge auch der Voyeurismus und seine Auslöser etwas im Dunkeln.



Letzte Aktualisierung am 10.03.2009.

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