Spermizid
Spermizide wirken meist auf zwei unterschiedliche Arten:
1. Spermien abtöten
Spermizide greifen die Zellhülle der Spermien an und/oder schaffen ein saures Milieu in der Scheide. Die Spermien sterben dadurch ab.
2. Spermien bewegungsunfähig machen
Spermizide bilden vor dem Gebärmutterhals einen zahflüssigen Schleim, den die Spermien nicht durchdringen können.
Etwa 10 bis 20 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr müssen Spermizide in die Vagina eingeführt werden. Fast alle Spermizide haben eine maximale Wirkungsdauer von ungefähr zwei Stunden.
Anhand einer Studie konnte außerdem festgestellt werden, dass einige Spermizide auch einen gewissen Schutz vor Geschlechtskrankheiten einschließlich AIDS bieten.
Allein angewendet gelten diese Mittel als wenig sicher, deshalb werden sie meistens in Verbindung mit dem Diaphragma oder Kondomen verwendet. Bei häufiger Anwendung steigt das Risiko für Harnwegs- und Scheidenentzündungen.
Diaphragma
Das Diaphragma sollte kurz vor dem Geschlechtsverkehr von der Frau oder ihrem Partner in die Scheide eingeführt und frühestens acht Stunden danach entfernt werden. Es dauert nämlich etwa acht Stunden, bis die Spermien im sauren Scheidenmilieu ihre Befruchtungsfähigkeit verlieren. Vor dem Einführen sollte man zuvor das Diaphragma mit einer Spermien abtötenden Creme (Spermizid) bestreichen.
Durchführung: Drücken Sie das Diaphragma mit der Öffnung nach oben leicht zusammen und schieben Sie es tief in die Scheide ein, bis es zwischen hinteren Scheidengewölbe und vorderer Scheidenwand „einrastet". Das Diaphragma öffnet sich nach dem loslassen und wirkt als Barriere. Somit ist der Zugang zur Gebärmutter versperrt und das Eindringen der Spermien unmöglich. Wichtig ist, dass Sie das Diaphragma nach dem Einsetzen nicht spüren sollten. Zudem ist die zusätzliche Anwendung von Spermizid notwendig, da es am Rand nicht völlig dicht ist.
Merke: Bei mehrmaligem Geschlechtsverkehr immer wieder Spermizide in die Scheide nachgeben, ohne dabei das Diaphragma zu verschieben oder zu entfernen.
Ein Diaphragma sollte von einem Arzt für jede Frau individuell angepasst werden!
Nebenwirkungen sind so gut wie keine bekannt. Es kann mehrfach verwendet werden und ist bei entsprechender Pflege ungefähr zwei Jahre haltbar.
Portiokappe
Die Portiokappe wird auf den gewölbten äußeren Muttermund der Gebärmutter aufgesetzt, saugt sich dort fest und verhindert, dass beim Geschlechtsverkehr die Spermien in die Gebärmutter gelangen. Die korrekte Anpassung sollte zunächst vom Frauenarzt vorgenommen werden. Da die Portio (Teil des Gebärmutterhalses) nicht bei allen Frauen gleich ist, muss individuell die richtige Größe und Form bestimmt werden.
Nach sachgerechter vorheriger Einweisung kann aber auch die Frau oder ihr Partner die Kappe selbst einführen. Sie sollte etwa 20 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr eingeführt und frühestens acht Stunden später entfernt werden.
Zur Liegedauer der Kappe gibt es verschiedene Meinungen. Viele Ärzte empfehlen jedoch, die Portiokappe nach der Menstruation einzusetzen und bis kurz vor der nächsten Blutung liegen zu lassen. Die Kappe sollte spätestens wenn die Menstruation einsetzt raus genommen werden, damit sich das Blut nicht stauen kann.
Merke: Das LEA contraceptivum ist eine Weiterentwicklung der Portiokappe!
Letzte Aktualisierung am 05.12.2008.