In der Regel erfolgt die Sterilisation der Frau ambulant, kann aber auch stationär durchgeführt werden. Der Eingriff erfolgt während der ersten Zyklushälfte, um eine Schwangerschaft auszuschließen.
Die Sterilisation wird bei Frauen unter Vollnarkose, im Rahmen einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) durchgeführt. Der Arzt geht über einen kleinen Schnitt im Bauchnabel in die Bauchhöhle hinein und verschließt beide Eileiter. Einstichort ist in der Regel die untere Bauchnabelgrube, da hier der Abstand zwischen Haut und Bauchdecke am geringsten ist.
Dies hat natürlich auch kosmetische Vorteile, da die zurückbleibende Narbe an dieser Stelle kaum noch zu sehen ist. Nach erfolgreicher Punktion wird zunächst der Bauch mit Kohlendioxid ein wenig aufgepumpt. Die Bauchhöhle wird je nach Körpergröße mit 2,5 bis 7 Liter Gas prall gefüllt, bis sich eine Art Kuppel bildet.
Eng zusammenliegende Organe und Darmschlingen können somit besser verschoben werden und versperren nicht die Sicht. Der Operateur kann sich nun mit seinen Instrumenten sicher zwischen den Organen bewegen.
Über der Schamhaargrenze wird ein zweiter Schnitt gesetzt, damit die notwendigen Instrumente eingeführt werden können. Mit Hilfe des Laparoskops (optisches Instrument) verschafft sich der Operateur zunächst einen Überblick. Dann erfolgt beidseitig die Durchtrennung der Eileiter.
Die Eileiter werden entweder mit einer Zange elektrisch verklebt (Verschweißung mit Hitze), welches als Thermokoagulation bezeichnet wird, oder durch Kunststoffclips zusammengepresst und somit undurchgängig gemacht, welches auch Clip-Sterilisation genannt wird. Oft werden noch die Abschnitte der Eileiter, in denen die Befruchtung stattfindet, zusätzlich durchtrennt. Dadurch können reife Eizellen nicht mehr in die Gebärmutter gelangen.
Nach dem Eingriff wird das Gas abgelassen und die Instrumente vorsichtig herausgezogen. Die Baucheinschnitte werden durch wenige Nähte verschlossen. Das restliche verbleibende Gas wird problemlos vom Körper aufgenommen und über die Lungen abgeatmet. Der Eingriff dauert insgesamt etwa 30 Minuten.
Nach dem Eingriff sollte sich die Frau einige Tage schonen.
Die Sterilisation kann jedoch nicht immer laparoskopisch durchgeführt werden, z.B. bei starken Verwachsungen im Bauchraum oder starkem Übergewicht.
Die Essure-Methode stellt ein neues Verfahren zur Sterilisation dar. Hier wird über die Scheide und Gebärmutter eine Mikrospirale aus Kunststoff und Metall in die Eileiter eingesetzt, ohne dass eine Vollnarkose notwendig ist. Das Körpergewebe beginnt innerhalb von drei Monaten in die Spirale (ein)zuwachsen und blockiert so die Eileiter. Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Frau noch fruchtbar und muss anderweitig verhüten.
Merke: Die Sterilisation bietet keinen Schutz vor AIDS oder anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen!
Letzte Aktualisierung am 05.12.2008.