Meniskusverletzung - Diagnose
Feststellung der Diagnose stellt keine Schwierigkeit dar.
In den meisten Fällen ist die Diagnose leicht zu stellen. Der Arzt kann eine Verletzung bereits durch eine Beschreibung des Unfallhergangs und der genauen Untersuchung des Knies feststellen.
Zunächst erfolgt eine Befragung des Patienten vor allem auf frühere Unfälle, Sportverletzungen und die berufliche Tätigkeit. Auch typische Beschwerden wie Gelenksperre und blitzartig einschießende Schmerzen sind sehr richtungsweisend und können einen ersten Verdacht auf eine Meniskusverletzung geben.
Im Anschluss erfolgt die klinische Untersuchung, der Arzt begutachtet das Gelenk und führt bestimmte Bewegungen und Tests mit dem Patienten durch. So können Bewegungseinschränkungen oder Gelenkgeräusche als Zeichen einer Meniskusverletzung ermittelt werden. Um die Verdachtsdiagnose zu bestätigen werden folgende Untersuchungen durchgeführt:
- Röntgenuntersuchung
Die Röntgenuntersuchung zählt zu den Standardverfahren bei der Diagnose, wobei sie wenig Auskunft über den Zustand der Menisken geben. Vielmehr werden durch die Röntgenuntersuchung andere mögliche Verletzungen ausgeschlossen.
- Kernspintomographie (MRT)
Mit dem MRT können Meniskusverletzungen diagnostiziert werden. Da es sich um ein teures Verfahren handelt, wird sie nicht immer durchgeführt, sondern nur in speziellen Fällen. Sie kommt besonders dann zum Einsatz, wenn zwischen Beschwerden und klinischem Befund größere Diskrepanzen bestehen. Das MRT gilt mittlerweile als Alternative zur Röntgenkontrast-Untersuchung des Gelenkes, weil sie aussagekräftigere Bilder liefert.
- Arthroskopie (Kniespiegelung)
Meniskusrisse können am besten durch eine Arthoskopie erkannt werden. Der Arzt kann dabei den genauen Ausmaß und die Lage der Verletzung gut beurteilen. Bei dieser Untersuchungsmethode wird mit Hilfe eines speziellen optischen Instruments (Endoskop) der Meniskus genau betrachtet. Dabei wird der Meniskus auf einem Monitor etwa 5-fach vergrößert dargestellt, so dass auch kleinste Veränderungen wie Risse dadurch deutlich sichtbar werden.
Das Arthroskop besitzt zudem kleine Röhrchen, durch welche man chirurgische Instrumente für kleine operative Eingriffe einführen kann. Auf diese Weise können kleine Meniskusrisse direkt bei der Untersuchung operativ behoben und bestimmte Rissformen auch direkt genäht, getackert, geglättet und zum Teil entfernt werden. Der Eingriff wird in der Regel ambulant durchgeführt und bereitet im Anschluss kaum Schmerzen.
Das Knie lässt sich bei Meniskusglättungen und -teilentfernungen bereits nach 1 Woche wieder voll belasten. Dagegen ist bei einer Meniskusnaht für die folgenden 6 Wochen nur eine Teilbelastung erlaubt.
- Ultraschalluntersuchung
Besteht der Verdacht auf Durchblutungsstörung der Kniekehlenarterie oder Tumore, so wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt.
- Gelenkspunktion
Bei einem Erguss wird die Gelenkspunktion sowohl diagnostisch als auch therapeutisch eingesetzt. Besteht klinisch kein Hinweis auf eine Kreuzbandverletzung und ist das Punktat blutig, so ist es wahrscheinlich, dass der Meniskus nahe am Knochen verletzt worden ist. In diesem Fall könnte er unter Umständen noch angenäht werden. Gleichzeitig wird mit der Punktion Flüssigkeit aus dem Gelenk abgeleitet und der Spannungsdruck gemildert.
Differentialdiagnose
Nach technischen Untersuchungen ist eine Meniskusverletzung in der Regel nicht zu übersehen. Die Diagnose ist mit einer Sicherheit von 100% zu stellen. Jedoch können alle Erkrankungen im Bereich des Kniegelenkes ähnliche Beschwerden verursachen. Daher sollte man differentialdiagnostisch auch an folgende Erkrankungen denken:
- Osteochondrosis Dissecans (OD): Lokalisierte Erkrankung von Gelenken, die vor allem im Wachstumsalter entsteht
- Chondropathia patellae: Häufige Erkrankung, die vorwiegend im Jugendalter auftritt und mit Schmerzen im Bereich der Patella einhergeht. Ursache ist bislang nicht bekannt
- Patellaspitzen-Syndrom: Entzündliche Reizung der Kniescheibensehne, die oft mit Knochenhautreizung der Kniescheibe und einer Verdickung des Fettkörpers verbunden ist
- Chondromalacia patellae: Erweichung des Knorpelgewebes im Bereich des Knies
- Chondrokalzinose: Kalkeinlagerungen in den Meniskus
- Zystenbildung.
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Letzte Aktualisierung am 05.12.2008.
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