Leider heilt nicht jede Wunde problemlos aus. Man muss mit einer wesentlich längeren Heilungszeit rechnen, wenn größere Hautflächen betroffen sind, keine glatten und weit auseinanderklaffende Wundränder bestehen. Dieser Defekt wird durch Bindegewebe aufgefüllt und hinterlässt oft breite, auffällige und kosmetisch unschöne Narben.
Verletzungen, die nur die oberste Hautschicht betreffen heilen in der Regel folgenlos ab. Erst wenn die Lederhaut betroffen ist, kommt es zur Bildung einer Narbe. Im Frühstadium weist das Narbengewebe eine noch relativ rote Farbe auf, da sie von vielen Blutgefäßen durchzogen wird. Mit dem weiteren Umbau nimmt der Anteil der kollagenen Fasern weiter zu und die Blutgefäße bilden sich zurück. Dies führt einerseits dazu, dass die Narbe reißfester wird und andererseits viel heller erscheint, als das umliegende Gewebe. Obwohl die Narbe reichhaltig aus kollagenen Fasern besteht, gilt sie dennoch als minderwertiges Gewebe, die bei starken Belastungen im späteren Leben, auch wieder einreißen kann (Narbenbruch).
Das Narbengewebe ist frei von Melanozyten, Talg- oder Schweißdrüsen und Haaren.
Besondere Formen stellen das Keloid, die atrophe und hypertrophe Narbe dar.
Auch Organschädigungen die zu einem Zelluntergang führen, können durch narbiges Bindegewebe ersetzt werden. Dies kann man sich am Beispiel des Herzinfarktes gut vorstellen. Nach einem Herzinfarkt kommt es zu einem Absterben von Myokardzellen. Das Muskelgewebe vernarbt in diesem Bereich. Dies kann zur eingeschränkten Pumpleistung des Herzens führen und unter Umständen Herzrhythmusstörungen auslösen.
Auch Narben können unter Umständen während und nach der Abheilung Probleme bereiten. Zum einen verschließen sie sich nicht richtig, werden wulstig, hart und spannen. Es kommt besonders dann zu einem unangenehmen Druckgefühl und zu einer Bewegungseinschränkung, wenn sich die Narbe an oder über Gelenken befindet. Man unterscheidet demnach folgende Narbentypen:
Unter dem Begriff Atrophie verstehen die Mediziner eine Rückbildung. Bei atrophen Narben ist die Wunde zwar verschlossen, aber insgesamt kommt es zu wenig Gewebsneubildung.
Unter einer Hypertrophie versteht man eine Vergrößerung von Organen oder Geweben. Hypertrophe Narben hingegen entstehen als Folge einer überschießenden Bildung von Bindegewebe, entweder kurz nach der Wundheilung oder noch in deren Verlauf.
Narbenwucherungen werden als Keloide bezeichnet.