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Katarakt-Operation: Wann und wie?

Lesezeit: 2 Min.

Grauer Star oder Katarakt operieren: Ein Routineeingriff, der die Sehkraft wieder herstellt

Katarakt-Operation - wann und wie?
Katarakt-Operation - wann und wie?

Niemand muss im Alter mehr zwangsläufig erblinden, weil der Augenarzt einen Grauen Star oder Katarakt diagnostiziert. Für die moderne Augenheilkunde ist die Behandlung eines Katarakts mittlerweile Routine und wird bis zu einer Million Mal pro Jahr durchgeführt.

Wann ist der Eingriff angezeigt, wie läuft er ab und wie sind die Heilungsaussichten?

Durchschnittlich ab dem 60. Lebensjahr sammeln sich Eiweißkristalle auf der Linse des Auges. Die Sicht trübt sich dadurch buchstäblich mehr und mehr ein.

Betroffene empfinden grelles Licht, beispielsweise die Scheinwerfer entgegenkommender Fahrzeuge im Straßenverkehr, als extrem unangenehm. Auch die Fähigkeit, scharf, farben- und kontrastreich zu sehen, nimmt rapide ab. Bis heute ist unbekannt, was die Linsentrübung wirklich auslöst.

Möglicherweise beteiligt an der Entstehung der Erkrankung sind

  • Stoffwechselstörungen (Diabetes)
  • Bestimmte Erkrankungen (beispielsweise Neurodermitis)
  • Langjährige Medikamenten-Einnahme
  • Schäden am Auge durch UV-Strahlung
  • Ungesunde Lebensweise oder Mangelernährung
  • Mechanische Verletzungen der Linse, beispielsweise durch Unfälle

Auch eine angeborene Neigung zur Entstehung eines Kataraktes ist bekannt.

Weder Medikamente noch eine starke Brille bieten bei einer Linsentrübung zufriedenstellende Hilfe. Die Brille stellt nur eine Übergangslösung dar.

Mit Fortschreiten des Grauen Stars ist eine Operation nicht zu umgehen. Doch dank modernster Technik ist diese heute ambulant durchführbar. Sie birgt nur noch wenige Risiken.

Methoden der Katarakt-Behandlung

Während früher die gesamte Linse oder deren Hülle operativ entfernt wurden, stehen heute bessere Methoden zur Verfügung. Die schadhafte, getrübte Linse wird mittels Skalpell, Ultraschall oder Lasertechnik entfernt, Geweberückstände werden abgesaugt.

Die Anwendung eines hochmodernen, computergesteuerten Femtosekundenlasers ist die fortschrittlichste, exakteste, aber auch teuerste Methode. Sie gilt als außerordentlich risikoarm und schmerzfrei.

Danach wird eine künstliche Linse implantiert. Die modernsten Varianten bestehen aus elastischen Silikonen oder Acryl. Gefaltet oder gerollt, implantiert sie der Chirurg durch eine etwa drei Millimeter große Öffnung im Randbereich der Hornhaut. In der Kapsel unterhalb dieses Einschnittes entfalten und zentrieren sich die Kunststofflinsen dank einer ausgeklügelten Konstruktionsweise von selbst.

Die Betäubung erfolgt örtlich – per Injektion oder Tropfen – oder per Vollnarkose, falls der Patient dies ausdrücklich wünscht. Die Lokalanästhesie ist vollkommen ausreichend.

Der richtige Zeitpunkt

In früheren Zeiten wartete der Augenarzt ab, bis die Linsentrübung sich deutlich ausgeprägt hatte und der "Star reif war". Die Fortschritte in der Ophthalmologie ermöglichen eine schnellere Reaktion, lange bevor die Sehkraft des Patienten Einbrüche erleidet. Grundsätzlich ist der Eingriff unkomplizierter und erfolgreicher, je eher er durchgeführt wird.

Die Krankenkassenleistung bei Katarakt-OP

Die Krankenkassen bezahlen die Basis-Behandlung zu 100 Prozent, die Anwendung der Laser-Technologie oder das Einsetzen von Premium-Linsen beispielsweise muss der Patient finanzieren. Die Kosten für das Augenlasern sind je nach Behandlungsmethode und Linsenart unterschiedlich und belaufen sich auf ca. 1500 Euro pro Auge.

Linsenimplantate erfüllen ihre Aufgabe ähnlich wie Brillengläser. Einstärkenlinsen erzielen die optimale Sehschärfe entweder in der Ferne oder im Nahsichtbereich.

Multifokal- und torische Linsen sind ähnlich konzipiert wie Gleitsicht-Brillen mit mehreren Schärfe-Bereichen. Zusätzlich lassen sich mit Premium-Linsen auch andere Sehfehler korrigieren, beispielsweise eine Hornhautverkrümmung, Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit.

Nach der Katarakt-OP

Auch der Routine-Eingriff erfordert sorgfältige Nachbehandlung und regelmäßige Kontrollen. Nachwirkungen der OP sind verstärkte Tränenbildung, Jucken und ein Fremdkörpergefühl im Auge. Doch alle Symptome sollten innerhalb weniger Tage abklingen. Die Sehstärke lässt sich weitgehend wieder herstellen. Bis zum Anpassen einer neuen Brille sollten Patienten einige Zeit warten, bis das endgültige OP-Ergebnis sich einschätzen lässt. Nach vier bis sechs Wochen ist das bestmögliche Resultat erreicht.

Für 24 Stunden nach dem Eingriff verbleibt ein Salbenverband auf de, operierten Auge. Antiseptische und entzündungshemmende Augentropfen sollten etwa vier Wochen lang täglich verabreicht werden.

An den ersten Tagen nach der OP ist Lesen untersagt. Für mehrere Wochen verboten sind Schwimmbadbesuche und starke körperliche Anstrengung. Auch Staub und starke Schweißentwicklung gilt es zu meiden.

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