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Pflegehilfsmittel zum Verbrauch: Bis zu 40 Euro bezahlt  die Pflegekasse

Lesezeit: 2 Min.

Alltäglich gebrauchte Pflegemittel müssen Familien nicht selbst finanzieren

Wer sich zu Hause um pflegebedürftige Angehörige kümmert, leistet viel und trägt hohe Verantwortung. Auch erhebliche Kosten fallen an, beispielsweise für täglich verbrauchte Pflegehilfsmittel.

Was viele pflegende Familienmitglieder nicht wissen: Die Aufwendungen für diese Pflegehilfsmittel sind bis zu einer Höhe von 40 Euro im Monat kostenfrei. Wahlweise werden sie in dieser Höhe von der Pflegekasse zurückerstattet. Dies regelt eine gesetzliche Bestimmung, der §40, Abs. 2 des Sozialgesetzbuches SGB XI.

Im Netz können pflegende Angehörige sich ein Antragsformular für diese Kostenerstattung durch die Pflegekasse herunterladen. Ärztliche Verschreibung ist dafür nicht notwendig. Zeitliche Begrenzungen dieses Anspruchs gibt es nur im Ausnahmefall.

Diese Pflegehilfsmittelpauschale darf immer dann in Anspruch genommen werden, wenn

  • der betreuten Person eine Pflegestufe zuerkannt wurde (ab Stufe 1)
  • die betreute Person entweder zu Hause in häuslicher Pflege, im Betreuten Wohnen oder in einer entsprechenden Wohngemeinschaft, einer Senioren-WG, lebt
  • Personen aus der Familie, Bekannte oder Freunde für den Pflegebedürftigen sorgen.

Wird ein privater Pflegedienst mit hinzugezogen, hat dies auf die Zuerkennung der Pfegehilfsmittelpauschale keinen Einfluss.

Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel

Was genau sind zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel? Der Pflegehilfsmittelkatalog ist in Produktgruppen unterteilt:

  • PG 50: Alle Hilfsmittel zur Pflegeerleichterung
  • PG 51: Produkte zur Körperpflege und Hygiene des Patienten
  • PG 52: Pflegehilfsmittel für die Lebensführung und eine verbesserte Mobilität
  • PG 53: Pflegehilfsmittel, die Beschwerden lindern
  • PG 54: Pflegehilfsmittel zum Verbrauch

Überwiegend technische Hilfsmittel aus den Produktgruppen 50, 52, 53 können bei der Pflegekasse entliehen werden. Das erspart eine teure Anschaffung.

Der §40 des Sozialgesetzbuches bezieht sich vor allem auf die Produktgruppe 54: Diese Pflegehilfsmittel sind nach ihrer Beschaffenheit, ihrem Material und der Hygiene-Erfordernisse Einweg-Produkte.

Zu diesen gehören beispielsweise

  • Saugfähige Einmal-Bettschutzeinlagen oder -auflagen: Sie dienen nicht nur dem Schutz der Bettwäsche, sondern erhöhen auch den Liegekomfort für den Patienten.
  • Wiederverwendbare/waschbare Bettschutzeinlagen werden von einigen Pflegekassen auf Antrag ebenfalls erstattet: Sie gehören streng genommen in die Produktgruppe 51. Meist sind sie besser verarbeitet als die Einwegprodukte und es fällt weniger Müll an. Maximal 10 Prozent oder 25 Euro muss der Antragsteller dazuzahlen, es sei denn, er ist von einer Zuzahlung befreit.
  • Transparente Einweg-Kunststoffschürzen oder Schutzkittel für die Pflegenden.
  • Einmalhandschuhe: Sie dienen der Hygiene und dem Infektionsschutz für Patienten wie für Pflegende. Fingerlinge erfüllen ähnliche Zwecke, die meisten Experten raten jedoch zu vollständigen Handschuhen.
  • Hand-Desinfektionsmittel: Notwendig, um Pflegende wie Patienten vor Keimen und Infektionen zu schützen.
  • Desinfektionsmittel für Flächen für die regelmäßige Reinigung von allen Oberflächen im Wohn-, Sanitär- und im Küchenbereich von Patienten unabdingbar.
  • Mundschutz: Besonders in der Erkältungszeit schützt er Pflegebedürftige, deren Immunsystem oft ohnehin geschwächt ist, ebenso wie die pflegenden Personen.

Kosten für diese Produkte, die über die 40 Euro hinausgehen, müssen Patienten oder Pflegende aus eigener Tasche bezahlen.

Einige Anbieter stellen fertige „Boxen“ für Pflege-Patienten mit allen benötigten Artikeln zusammen und liefern monatlich den Bedarf ins Haus. Der Preis für diese Pakete bleibt im Rahmen der monatlichen 40 Euro.

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