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Bruststraffung - konservative und neue Methoden im Vergleich

Lesezeit: 3 Min.

Vampir-Lifting oder Silikon-Implantat?

Methoden der Bruststraffung
 Methoden der Bruststraffung

Veranlagung und Lebensumstände bestimmen darüber, wie elastisch Haut, Muskulatur und Bindegewebe eines Menschen sind. Die weibliche Brust ist zusätzlich weiteren Veränderungen unterworfen: Hormonschwankungen, Schwangerschaften und Stillzeiten, Gewichtszunahme- und Verlust entscheiden mit, ob das Dekolleté hoch und fest bleibt.

Trotz aller Bemühungen leiden viele Frauen oft schon in jüngeren Jahren unter einer erschlafften, stark hängenden Brust. Glücklicherweise gibt es eine ganze Reihe von Methoden, die Körpersilhouette entscheidend zu verbessern.

Eine Mastopexie oder Bruststraffung verhilft betroffenen Frauen wieder zu einem besseren Körpergefühl. Abhängig vom Wunsch der betroffenen Frau und den körperlichen Voraussetzungen ist dies auf unterschiedliche Weise zu erreichen.

Operative Methoden der Bruststraffung

Die Umverteilung und Nutzung von Eigenfett oder das Einsetzen von Implantaten erfordern invasive Eingriffe mit Teil- oder Vollnarkose. Diese Methoden ermöglichen es, den Busen bei Bedarf völlig neu zu „modellieren“.

In vielen Fällen werden die Brustwarzen versetzt, um ein ästhetisch perfektes Ergebnis zu erzielen. Die Form und Größe der Brust und die Struktur des Bindegewebes entscheiden über die Auswahl des besten Verfahrens.

Bei den invasiven Verfahren wird vor allem überschüssige Haut entfernt. Auf Wunsch der Patientin kann der Chirurg Gewebe entfernen oder das Volumen der Brust durch Eigenfett, Hyaluronsäure oder Implantate vergrößern. Die Position oder Form der Brustwarzen lässt sich ebenfalls korrigieren. Schnitte und Nähte verlaufen nach Möglichkeit im Randbereich der Brustwarze oder unter der Brustfalte. Sie sind demnach verdeckt. Bei entsprechender Pflege und einem normalen Heilungsverlauf sind sie später praktisch unsichtbar.

Wie jede Operation birgt auch eine Bruststraffung einige Risiken. Schwellungen, Blutergüsse oder kleinere Entzündungen sollten nach wenigen Tagen abklingen.

Moderne Implantate können bis zu 18 Jahre lang störungsfrei im Körper verbleiben. In seltenen Fällen verhärtet sich das Gewebe rund um den Fremdkörper – eine Kapselfibrose entsteht. Bei Unfällen können Traumata die Implantate beschädigen. In beiden Fällen müssen diese ausgetauscht werden. Wer dieses Risiko umgehen will, darf auch bei einer Eigenfett-Transplantation gute Ergebnisse erwarten.

Je nach Operationstechnik bleiben das Gewebe der Brustdrüsen und die Milchgänge intakt: Selbst das Stillen eines Babys ist noch problemlos möglich, so lange die Brustwarzen nicht „versetzt“ wurden.

Eine operative Bruststraffung kostet zwischen 3000 und 6000 Euro, je nach Umfang des Eingriffs. Dazu können noch Kosten für eine Vollnarkose, für einen Klinikaufenthalt oder eine spezielle Nachsorge kommen.

Injektionen als sanfte Alternative zur Bruststraffung

Zu den „sanften“ Methoden zählen Einspritzungen von

  • Hyaluronsäure
  • pflanzlichen Substanzen (Mesotherapie)
  • Dermal Fillern (Füllstoffe zur Faltenunterspritzung)
  • Botox (Nervengift, das einzelne, faltenerzeugende Muskelstränge lahmlegt)
  • PRP (Platelet Rich Plasma) oder „Vampir-Lifting“.

Vollkommen nicht-invasiv ist nur die Anwendung von Ultraschall zum Glätten der Haut.

Bei der PRP-Therapie handelt es sich um Eigenblut aus der Vene der Patientin – was zur gängigen Bezeichnung „Vampir-Lifting“ führte. Mit dieser Methode lässt sich vorhandenes Gewebe straffen und glätten. Allerdings ist es auf diesem Weg nicht möglich, den Busen entscheidend zu vergrößern oder anzuheben.

Die Besonderheiten des „Vampir-Liftings“

Die relativ neue Behandlungsform mit Eigenblut nutzt die Wirkung von PRP. Die Abkürzung steht für Platelet Rich Plasma oder, übersetzt, blutplättchen-reiches Plasma. Bei den Plättchen handelt es sich um Thrombozyten. Diese werden im Knochenmark produziert und haben eine Lebensdauer von etwa acht Tagen. Sie sind bedeutsam für die Blutgerinnung und damit für die Heilung kleinerer Verletzungen.

PRP entsteht durch eine Aufbereitung von venösem Eigenblut in einer Zentrifuge. Auf diese Weise lässt sich beispielsweise bei einer gestörten Wundheilung wirksam eingreifen. Aber auch Falten oder erschlaffte Haut erhalten so einen starken Impuls zur Regeneration.

Das hat folgenden Grund: Thrombozyten oder das plättchenreiche Plasma enthalten besonders viele Wachstumsfaktoren. Diese animieren Gewebezellen dazu, sich schneller zu regenerieren. Auch Stammzellen werden zum Wachstum und zur Vermehrung angeregt. Die Produktion von Kollagen wird gesteigert. Eine ähnliche Wirkung entfalten Zytokine, im Plasma enthaltene Proteine, die ebenfalls die Zellreproduktion in Schwung bringen.

Das vorbereitete PRP wird gezielt im Gesicht oder im Bereich von Busen und Dekolleté injiziert. Dazu ist allenfalls eine oberflächliche Hautbetäubung durch ein schmerzstillendes Gel notwendig. Bis die volle Wirkung der Behandlung einsetzt, können bis zu vier Wochen vergehen. Doch innerhalb dieser Zeit beginnen sich Fältchen und Dehnungsstreifen zu glätten und die Haut wirkt jünger und straffer.

Die Behandlung muss stets nach einiger Zeit wiederholt werden. Bei sehr stark gealterter, von Falten durchzogener Haut ist der Effekt der Behandlung nicht mehr überzeugend. Zudem spielt die individuelle Reaktion des Organismus auf die Einspritzung eine wichtige Rolle: Bei einigen Individuen ist der Erfolg sehr gut und hält lange an, bei anderen nicht.

Im Gegensatz zu anderen Formen von Einspritzung ist das „Vampir Lifting“ mit Eigenblutplasma bei einer Bruststraffung außerordentlich gut verträglich. Das Infektionsrisiko besteht wie bei allen Eingriffen dieser Art, ist aber minimal. Ein echtes „Lifting“ oder Modellieren des Busens ist mit dieser Methode nicht möglich.

Pro Behandlungssitzung müssen Patientinnen mit bis zu 900 Euro rechnen.

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