Nach der Geburt tritt häufig ein sogenannter "Baby-Blues" (Heultage) auf, der auch als Wochenbettdepression oder postpartales Stimmungstief bezeichnet wird. Dieser muss von einer postnatalen Depression abgegrenzt werden, da hier keine Erkrankung im engeren Sinne vorliegt.
Diese Art des Stimmungstiefs tritt im Gegensatz zur Depression meist direkt nach der Entbindung auf. Es dauert nur wenige Stunden bis einige Tage an und betrifft 35-75% aller jungen Mütter.
Der typische „Baby-Blues" ist durch Traurigkeit, häufiges Weinen, Müdigkeit und Erschöpfung sowie Schlaflosigkeit, Ängstlichkeit und Reizbarkeit gekennzeichnet.
Eine Therapie ist dabei nicht notwendig, oft sind aber unterstützende Gespräche für die Mutter sehr hilfreich und tröstend.
Geht der Baby-Blues nach etwa zehn Tagen nicht von selbst wieder zurück, sollte an die Entwicklung einer postpartalen Depression gedacht werden.
Auch von der schwerwiegenden postpartalen Psychose muss die postpartale Depression unterschieden werden.
In diesem Fall machen die Frauen eine starke Persönlichkeitsveränderung durch. Sie entwickeln Halluzinationen, werden gereizt und aggressiv und stellen eine Gefahr für sich und ihr Kind dar.
Die postpartale Psychose muss medikamentös behandelt werden. In den meisten Fällen ist eine stationäre Überwachung der Mutter notwendig, bis sich ihr Zustand wieder bessert.